| OCR Text |
Show Niederbronn - Niederburnhaupt. 765 mit ihr noch die Orte Dambach, Langensulzbach zum Theil und Windstein zum Theil und schuf so das Amt N. Gegen die Besitzergreifung der Herrschaft N. durch Hanau-Lichtenberg protestirte jedoch der Graf von Leiningen-Westcr - bürg, seit 1551 der Gemahl der Grälin Amalie und damit Herr von Oberbronn und es entspann sich ein Prozess, der 1586 anhängig gemacht, aber erst 1667 zu Gunsten der Leiningen entschieden wurde. Jedoch räumte Hanau-Lichtenberg die Herrschaft erst 1709, als auch der oberste französische Gerichtshof die leiningenschen Ansprüche als berechtigt erklärt hatte. So kam die Herrschaft 1709 an die Töchter des 1691 gestorbenen letzten Grafen von Leiningen-Wester-burg und später an deren Erben, die Grafen von Leiningen- Dagsburg und die Fürsten von Hohenlohe-Bartenstein (als Erben der jüngeren Tochter) und an die Barone von Sinclair (als Erben der älteren Tochter), der Antheil der letzteren ging 1751 an den schwedischen General, Grafen von Löwenhaupt, über, dessen Nachkommen noch bis 1860 das Niederbronner Schloss besassen. Drei Viertel der Herrschaft wurde von den Leiningen-Dagsburg u. s. w. 1760-64 an den Baron von Dietrich verkauft, dessen Nachkommen noch im Besitze sind. Niederbronn, Kanton (Kr. Hagenau, U.-E.). Umfasst die Gden.: Bitschhofen, Dambach, Engweiler, Griesbach, Gumbrechtshofen - Niederbronn, Gumhrechtshofen - Oberbronn, Gundershofen, Kindweiler, Merzweiler, Mietesheim, Niederbronn, Oberbronn, Offweiler, Reichshofen, Rothbach, Ueberach, Uhrweiler, Uttenhofen. Walk, Windstein, Zinsweiler und enthält auf 205,3720 qkm 3893 hewohnte Häuser etc., mit 20113 Einwohnern. - Der Ka. N., 1790-1795 zum Distrikt, 1S00-1870 zum Arrondissement Weissenburg gehörig, begriff 1790-1802 ausser den heutigen Gden. (von denen jedoch Walk bis 1827 AO. von Bitschhofen war) noch Eberbach, Eschbach, Forstheim, Fröschweiler, Görsdorf, Gunstett, Hegeney.Langensulzbach, Laubach, Mattstall.Mors-bronn, Nehweiler, Oberdorf, Wörth, welche 1802 sämmtlich in den neugebildeten Ka. Wörth übergingen. Eine Gebietsänderung erfuhr der Ka. 1859, indem die AO. Birkenschloss und Günsthal, die bis dahin zur Gde. Langensulzbach ( Ka. Wörth) gehört hatten, der Gde. Windstein zugewiesen und von dieser der AO. Judenberg an die Gde. Nehweiler (Ka. Wörth) abgegeben wurde. Niederbronner W e r k , Eisenw. (Gde. u. Ka. Xiederbronn, Kr.Hagenau, U.-E.(.Früher AO., jetzt Theil desHO. der Gde. Niederbronn. 1769 durch Freiherrn von Dietrich angelegt und noch heute im Besitze dieser Familie. Näheres s. Niederbronn. Niederbronnerwerkweiher, im Modergebiet, nordwestl. an Niederbronn - 3,44 ha. Eisenwerkbetrieb. Besitzer Baron von Dietrich. Zu- und Abfls. s. Falkcnstei-nerbach. Niederbruck, Df. (Ka. Masmünster [s. 1790], Kr. Thann, O.-E.). 361 E. 62 Hsr. (10 GRe.) - 430 m. - AG. Masmünster (2,8); Bhf. N. (0,6). - Nidrenbrueken 1480; ma. Nid erb rucke. - Die Gde. umfasst den HO. N. (304 E. 51 Hsr.) und die AO. Bruckwald, Entzenbach, Läger, Nollcn, Sickertmühle, Untzenboden. - P. T. Bhf. (s. 1. Aug. 1901). StEBez. Masmünster. - Gehört zur Pfarrei Masmünster. Kapelle des hl. Wendelin, bestand schon 1732. - Sägemühle mit Wasserkraft. Kupferwerk Vogt & Cie.: Walzwerk, Mes-singgiesserei, Drahtzieherei; das Werk besteht seit 1804 und ist aus einem Eisenwerk (das s. 1785 bestand) hervorgegangen; seit 1880 ist das Werk im Besitz der obigen Firma. 200 Wasser- und Dampf-Pferdekräfte. Es werden ca 270 Arbeiter beschäftigt. Gehörte zur Herrschaft Masmünster, in das Meierthum Sewenthal oder das obere Meierthum und unterstand dem Gerichte zu Gewenheim. 1482 besass daselbst die Abtei Masmünster 3 Hüben. Gemeindewald (Oberförsterei Masmünster) 26,4 ha. Niederburbach, Df. (Ka. u. Kr. Thann, O.-E. [1790 bis 179.5 Ka. Masmünster]). 743 E. 156 Hsr. (12 GRe.). - 380 m. - AG. Thann (9,9); Bhf. Sentheim (4,3). - Burgpach 1347; Niderburbach 1569; Buorbaeh, Burtbach 1581; Burbach -le-bas 1869. - Die Gde. umfasst den HO. N. (608 E. 150 Hsr.), den AO. Knapphütte und den unbew. O. Knappenkapelle. - P F. Ortseinn. StEBez. Thann. Regenstat. (37o m.) Fw. (s. 1885, 3 Spritzen). - Kath Llilfspfarrei des Dekanats Thann (s. 1802); Schutzheiliger hl. Apollinaris (23. Juli).- 1896-98 bestand hier ein Steinkohlenbergwerk Bismarck und Heinitz, 1874-76 ein Eisenerzbergwerk Burbach. Baumwollweberei und Sägemühle Bian & Cie. (früher J. G. Winkel). Die Weberei ist 1852 in Betrieb gesetzt worden, 192 Webstühle, 116 Arbeiter, 18 Wasserpferdekräfte und Reservedampfmaschine, zusammen 150 Pferdekräfte. Weberkammund Geschirrfabrik Karl Bürckle, Wasser- und Dampfkraft, 39 Arbeiter, 2 Steinbrüche. Gehörte zur Herrschaft Masmünster in das untere Meierthum oder Meierthum L'nterthal und unterstand dem Gerichte zu Gewenheim. Laut Weisthum von 1579 besass die Abtei Masmünster daselbst die Hube «zu den widen». - Die Pfarrei gehörte bis 1801 zum Landkapitel Masmünster des Bisthums Basel; den Kirchensatz hatte die Abtei Masmünster. Gemeindewald (Buchwald.) (Oberförsterei Masmünster i 136,7 ha. (96 ha Tanne, Buche; 40 ha Niederwald von Eiche, Buche, Hainbuche.) Alter Besitz der Gde. Niederburg, Burg, s. Ulkirch-Grafenstaden. Niederburnhaupt, Df. .Ka. Sennheim [s. 1790], Kr. Thann, O.-E.i. 773 E. 163 Hsr. (12 GRe.) - 300 m. - AG. Sennheim (11,3); HSt. Burnhaupt (4,1). - Brunhobetum 823; Brunnehoubeten 1271; in inferiori Burnhoup-ten 1441; Burnhaupt-le-bas 1869. - Die Gde. umfasst den HO. X. (755 E. löl Hsr.i und die AO. Hartmühlc und Pflattermühle. - StEBez. Oberburnhaupt. Verbds.-Fw. (s. | 1885, 3 Spritzen). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Senn- ! heim (s. 1802). Schutzheiliger hl. Peter und Paul (29. Juni.. Ka- | pelle des hl. WTendelin, s. u. - 2 Getreidemühlen (s. Hartmühlc und Pflattermühle). Gehörte zur Herrschaft Thann und war der Hauptort der Vogtei Niederburnhaupt, welche aus 2 Meierthümern, auch Gerichte oder Forst genannt, bestand, nämlich aus dem Obermeierthum (Oberforst, Obergericht) mit Nieder-, Oberburnhaupt und Gildweiler und dem Niedermeierthum (Niederforst, Niedergericht) mit Ammerzweiler, Bcrnweiler, Galringen, Nieder-, Oberspechbach, Brünighofen und Enschingen. Begütert daselbst waren Kloster Masmünster (823,> und Murbach. Die Antoniterkomthurei Isenheim besass dort einen Dinghof. (Weisthum von 1382). N. wurde 1376 von den Engländern zerstört; 1474 nahmen die Burgunder den Ort, den 1489 die Hagenbach als österreichisches Lehen erhielten. - In der zur Mutterkirche in Oberburnhaupt gehörigen, 1469 neu erbauten Tochterkirche wurde an Unserer Lieben Frauen-Altar die Kaplaneipfründc 1491 neu gegründet und diese Gründung 1495 vom Bischöfe von Basel bestätigt. Die Pfarrei gehörte bis 1801 zum Landkapitel Masmünster des Bisthums Basel; den Pfarrsatz hatte die Abtei Masmünster. A m Südende des Ortes befindet sich eine Kapelle zu Ehren des hl. Wendelin, moderner Bau. Sie war früher mit einem jährlichen Einkommen von 400 1. do-tirt. An der Kapelle ein Oelberg, geringe Steinskulpturen des 17.-18. Jhdts. - Aus dem Geschlechte derer von Burnhaupt werden Volmar und sein Sohn Ulrich 1236 erwähnt, - N. liegt an einer Römerstrasse über Bernweiler nach Altkirch. Neolithische und römische Funde. Gemcindewald (Buchwald.) (Oberförsterei Masmünster) 312,9 ha. (Buche, Eiche. 105 ha Niederwald.) Alter Besitz der Gde. Litter. Stoffel, Weisthümcr, S. 73 ff. |