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Show Reichshofen - R' cichsritterschafi. 873 Ministerialengeschlccht, das vom 14.-16. Jhdt. erwähnt wird. 1451 Juni 5. Gefecht hei R, in welchem der Graf von Leiningen und Georg von Ochsenstein von den Lichtenbergern besiegt und gefangen genommen wurden. 1592 wurde R. von den Strassburgern geplündert. Im Febr. 1622 wurden bei R. die Truppen des schwedischen Befehlshabers, Pfalzgrafen Christian von Birkenfeld, als sie mit Beute beladen, von Hochfelden kamen, von einer Abtheilung der kaiserl. Besatzung aus Hagenau aufgehoben. In der Schlacht hei Hagenau (s. d.i a m 17. Okt. 1793 stand der linke Flügel der Franzosen bei R. Nach der Schlacht bei Wörth am o. Aug. 1870 nahmen die Franzosen ihren Rückzug über R. - Kirchlich gehörte R. zum Landkapitel Ober-Hagenau. 1478 Plebanat, Muttergotteskaplanei, Primissariat. Pfarrei (von 1564 bis zum Ende des 17. Jhdts. mit Filiale Griesbach). Das Patronatsrecht, u m 1200 von Herzog von Lothringen der Abtei Sturzelbronn geschenkt, gehörte später der Herrschaft R. - R. liegt a m Keltenwcge von Mittelhausen nach Bitsch über Niederbronn. Neolithischc und römische Funde, namentlich römische Gräberfunde, Terracotten, Inschriften und Bildncreien. Alter gothischer Kirchthurm vor dem Orte gegen Fröschwciler zu: auch Reste der alten Ortsbefestigung aus dem Mittelalter. G e m e i n d e w a l d (Oberförsterei Niederbronn ) 1235.7 ha. 230-512 m. über dem Meere. Muschelkalk, Keuper. (Buche, Eiche, Kiefer, Fichte. Birke, Espe, Lärche). Die Forstorte Neu wald, Riefen, Sandholz und Horettlen gehörten stets der Gde. Der übrige grössere Theil des Waldes wurde 1.531 vom Grafen Reinhardt von Zweibrücken, Herrn zu Bitsch und Lichtenberg, ungetheilt den Gden. Niederbronn und R. geschenkt. Die Theilung erfolgte 27. Juli 1752. Der Theilungs-akt wurde vom 17. März 1777 ausgefertigt, (s. Niederbronn). Memoire pour les PreA-öt, Bourgermestre de la commu-naute de Reichshoffen contre les PreA-öt de Niederbronn 1747. [Wald- u. Weiderechte betr.] M o n z i e , E. de, La journe"e de R. Paris 1876. 742. Siffer, J. A., Memoire supplementaire sur le eimetiere gallo-romain de R. (Bull. de la Soc. p. la cons. des mon. hist. d'Als. 2. s6r. V, Mem., p. 60-73.) R e i c h s h o f e n , Herrschaft: umfasste die Stadt R. und das Dorf Lauterbacherhof; Geschichtliches vergl. R., Stadt. R e i c h s h o f e n - W e r k , Eisenw. .Gde. Reichshofen, Ka. Niederbronn, Kr. Hagenau, U.-E.). 247 E. 58 Hsr. 1767 durch den Freiherrn von Dietrich errichtet und noch heute im Besitz dieser Familie. 1894 gegen 600 Arbeiter. Herstellung von Eisenbahnwagen, Drehscheiben, Brücken, eiserne Dachkonstruktionen, Reservoirs, Schmiedestücken u. s. w., neuerdings auch von Motorwagen. ReichslanJ, Grube, s. Grube Reichsland. Reichslandvogtei Elsass s. Hagenau, Reichsland-vogtei. Reichsritterschaft. Das Territorium der R. im Unterelsass - die reichsunmittelbar geblieben und nicht, wie die oberelsässische, unter der Landgrafschaft des mächtigen Hauses Oesterreich landständisch geworden war - umfasste rund 650 Quadratkilometer und nach der Matrikel von 1651 folgende Oertlichkeiten (ganz oder theilweise): Achenheim, Alteckendorf (Schloss), Altenheim, Andlau (Stadt und Thal), Artolsheim, Baldenheim, Behlenheim, Benfeld (der Ramstein'sche Hof), Bernhardsweiler (Kr. Schlettstadt), Berstett, ßirkenfrls (Schloss im Banne von Ottrott;, Birkenwald, Bischheim, Bischofsheini (Schloss), Bläsheim, Bliensbach, Bolsenheim, Boofzheim, Boozhcim, Bösenbiesen, Breusehwickersheim, Brumath (2 Sitze), Büs-weiler (z. Th.), Diebolsheim, Düppigheim, Düttlenheim (z. Th.), Ebersmünster (Schlösschen), Enzheim, Ernolsheim (Kr. Molsheim) (Schloss und Güten, Ernolsheim (Kr. Zabern), (Schlösschen), Erstein (z. Th.), Fegersheim mit den Weilern Ohnheim und Weiler, Fessenheim (Ldkr. Strassburg), Friesenheim (Meierhof), Furchhausen, Flirdenheim, Geispolsheim (Schloss), Gerstheim, Hindisheim (Schloss), Hipsheim, Hön-heim, Hürtigheim (z. T h ), Hüttenheim, Ichiratzheim, Illhurg (Schlösschen und zugehörige Meierhöfe), Illwickersheim (Schlössehcn und Güter im Banne von Ostwald', Ingweiler (Güten, Innenheim, Irmstett, Ittersweiler (z. Th.), febsh im iz. Th.), Kaienberg, Kleingöft, Kogenheim (Schloss), Kolbs-heim, Krautergersheim, Künheim, Lampertheim, Landersheim, Leberau (.in daselbst), Lingolsheim, Mackenheim ic-ine Hälfte und Schloss), Matzenheim (Wir. Wörth), Meisl-ratzheim, Mittelbergheim /. Th.., Mittelhausbergen, Moll-kireh mit Schloss Girbaden und Wir. Laubenheim, Monsweiler, Mundolsheim, Mutzig (Schloss, Güter', Mühlbach (Kr. Molsheini', Mühlhausen, Müttersholz mit den W i m. Ehnweyer und Niederrathsamhausen, Niederbronn, Nii di t ehnheim, Niedermodern (Schloss , Nothalten und Dorf Zell, Obenheim, Oberhausbergen, Oberkirch bei Oberehnheim (Schloss und Güter), Oberschäffolsheim, Odratzheim, Olwis-heim, Ottersthal, Ottersweiler, (Nieder-) Ottrott (z. Th.' mit den Burgen Rathsamhausen und Lützelburg, Osthausen, Osthofen, Pfulgricsheim, Plobsheim (Dorf und 2 Schlösset Quatzenheim, Ramstein (Berghaus), Reichsfeld, Rumersheim (Ldkr. Strassburg) (Schloss und Güter), Saascnheim, St. Blaise, Schaffhausen (Ldkr. Sirassburgi, Scharrachbergheim, Schnersheim, Schönau. Schweinheim, Stotzheim (Schloss), Stützheim, Sultz'sche Mann-Lehen-Güter (Rechte in verschiedenen Orten i, Sundhausen, Tränheim (z. Th.i, Truttenhausen, Uttenheim, Vendenheim, Walf, Wangenburg. Weiersburg, Westhausen (Kr. Erstein), Westhofen (z. Th.), Wibolsheim, Wilwisheim, Winzenheim (Ldkr. Strassburg i, Witternheim, Wiwersheim, Zeinheim, Zellweiler. Die Zahl der eingeschriebenen ritterschaftlichen Territorien wechselte; sie vergrösserte sich mit der Zeit durch Neuanmeldungen und Eijitragung in die Matrikel. In der Matrikel von 1651 werden z. B. nicht erwähnt die später zur R. gehörigen Orte: Blienschweiler (Antheil), Eschau, Hartmannsweiler, Kossweiler, Rimbach-Zell, Romansweiler, Schirrhofen. - Die R.bildetcjedoch kein geschlossencsGehiet, vielmehr lagen die ritterschaftlichen Besitzungen weithin im Lande zerstreut, a m zahlreichsten und dichtesten westl. und südl. von Strassburg. Sie waren nur zum kleinen Theil Allode ihrer Besitzer, der Hauptmasse nach bestanden sie vielmehr aus Lehen, vor allem vom Reich, von der unterel-sässischen Landgrafschalt, vom Bisthum Strassburg und von Hanau-Lichtenberg, dann aber auch von Oesterreich. Bisthum Basel, Murhach, Rappoltstein, Kurpfalz u. a. Die grössten Gebiete besassen die Herren von Landsberg, Rathsamhausen (Steinthal, Girbaden etc.) und Andlau, letztere ca. 30 Quadratkilometer (Andlauer Thal). Das Territorium der Reichsritterschaft war ein Verband von reichsfreiem Besitze. Die Reichsritterschaft war eine Genossenschaft, gebildet zum Zwecke der Erhaltung dieses reichsfreien Besitzesund derWahrung der mit der Reichsfreiheit verbundenen Vorrechte, besonders der Steuerfreiheit. Die in die Matrikel der R. eingetragenen Dürfer konnten derselben laut Privileg Kaiser Ferdinands I. von 1566 nicht entzogen werden ; sie blieben reichsritterschaftlich, auch wenn sie in andere Hände übergingen, und die auf ihnen ruhenden Matrikular-abgaben mussten auch dann entrichtet werden, wenn die neuen Besitzer für ihre Person nicht Mitglieder der R. waren. Das Territorium der R. bildete keineswegs ein geschlossenes, einheitliches Verwaltungsgebiet. Nach aussen hin, durch die im Ritterschafts-Ausschuss - Directoriuni) vorhandene Gesammtvertretung erscheint die R. als eine geschlossene Einheit, während ihre einzelnen Glieder im Innern, in der Verwaltung ihrer Gebiete, unabhängig waren. Erst in franz. Zeit ist diese Freiheit um ein Geringes beschränkt worden. Eine Gesammtorganisation des unterelsässischen Adels, wie sie uns später entgegentritt, ist im Mittelaller noch nicht vorhanden gewesen. Eist ca. 154* |