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Show Westhausen - Westhofen. 1203 Westhausen, Df. (Ka. Maursmünster [s. 1790], Kr. Zabern, U.-E.). 345 E. 105 Hsr. (10 GRe.) - 230 m. - A.- u. LG. Zabern (10,5); Bhf. Maursmünster (7,1). - In West-nosanmarca 1128; Westhusen 1178; ma. Wescht-hüse. - StEBez. Maursmünster II. Armr. (Gründungsjahr unbekannt). Wasserltg. (s. 189b). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Maursmünster (s. 1802). Schutzheilige hl. Barbara (4. Dez.). Filiale Kleingöft. - Ziegelei und Kalkofen. W. war schon im 13. Jhdt. Allodialgut der Herren von Ochsenstein. Nach deren Aussterben (1485) erbten es die Zweibrücken-Bitsch. Diese verkauften es 1539 an das Bisthum Strassburg (Amt Kochersberg), das schon im 14. Jhdt. Güter zu W . besass, und fortan im Besitz des Dorfes blieb. W . hatte ein eigenes Schultheissengericht. Im 30jähr-igen Kriege ging die Zahl der Bürger von 44 auf 10 herunter. - Kirchlich gehörte W . zum Landkapitel Zabern. Ursprünglich war es wohl Filiale der Pfarrei Betbur; am Ende des 17. Jhdts erscheint W . als eigene Pfarrei mit Filialen Knörsheim (bis 1847), Kleingöft und Betbur. Das Patronatsrecht gehörte als bischöfliches Lehen den Rohan-Soubise. Eine Hälfte des Zehnten war vom 14. -15. Jhdt. als bischöfliches Lehen im Besitz der Greiffenstein, wurde dann den Rathsamhausen zum Stein verliehen, von diesen 1455 dem Ritter Burkard von Müllenheim von Landsberg verkauft, war lb96 in Händen der von Chamlay, 1719 der Rohan-Soubise. Früher eine St. Florenzkapelle in W . erwähnt, die dem Stift Haslach gehörte (1621). - Kirchthurm spätgothisch, aus dem 15. Jhdt. Das frühere Kirchenchor war mit einem Tabernakel versehen. "Westhofen, Df. (Ka. Wasselnheim [s. 1790], Kr. Molsheim, U.-E.). 1793 E. 415 Hsr. (18 GRe.) - 200 m. - AG. Wasselnheim (4,7); Bhf. Wasselnheim (4,0). - Uuesthoue 739; Westhoven um 1120. -Die Gde. umfasst den HO. W. (1788 E. 414 Hsr.), den AO. Geisweg und den verschw. O. Bruderbach. - P. F. Fernsprechverbindung mit Strassburg (s. 1899). S. 1890 Gerichtstage. Notar. Ortseinn. StEBez. für die Gden.Balbronn, Bergbieten, Dahlenheim, Dangolsheim, Flexburg, Scharrachbergheim. Tränheim, Wangen, Westhofen. Gde.-Fassaichungsamt. Arzt. Apotheke. Armr. (Gründungs-jahrunbekannt ». Wasserltg. (s. Ende des 18. Jhdts.) - Kath Hilfspfarrei des Dekanats Wasselnheim (s. 1802), Schutzheiliger hl. Martin (11. Nov.). Filiale Tränheim (s. 1847, vorher Filiale von Wangen). Hatte bis 1847 Balbronn, das dann zur Pfarrei Flexburg kam, als Filiale. 1,7 ha Kirchenwald. Prot. Pfarrei Augsb. Konfession (s. 1545), s. 1803 zum Konsistorium Wasselnheim gehörig, Inspektion Neue Kirchein Strassburg. Rabbinat (s. 17b2). Sprengel: Westhofen, Balbronn, Odratzheim, Scharrachbergheim, Tränheim. Synagoge .(s. lb'25). Jüd. Friedhof (s. 1659). - Zwei Steinbrüche; Ziegel- und Kalkbrennerei; Oelmühle. - Handel: W e m , Vieh, Bauholz; Hausierhandel mit Lumpen. Anf. Nov. 2 Tage Messe. Altes Dorf, schon 739 (wie auch 743, 776 und 851) wird dortiger Güterbesitz der Abtei Weissenburg erwähnt Besitz zu W . hatten im 12. Jhdt. Kloster Sindeisberg, Abtei Maursmünster, Kloster Haslach, 1221 auch Kloster Steigen, 12b3 Deutschordenskomthurei Saarburg. W . war altes Reichsgut und gehörte wahrscheinlich zu Anfang zu dem grossen Reichsgutcomplex, dessen Mittelpunkt die alte merowingi-sche Königspfalz Marlenheim war. Noch das ganze 13. Jhdt. hindurch war W . im unmittelbaren Besitze des Reiches. Leute zu W., die in die Hand des Bischofs von Strassburg gekommen waren, gab derselbe 1224 und 1236 dem Kaiser wieder zurück. 1302 wurde das Dorf von König Albrecht I. den Herren von Lichtenberg verpfändet, 1347 durch Karl IV. als Lehen verliehen, nachdem es bereits 1332 mit Zustimmung Ludwigs des Baiern ummauert und zur Stadt erhoben worden war. Seitdem blieb es den Lichtenbergern und wurde von ihnen zum Sitz eines Amtes (s.d.) gemacht. Mit diesem kam es 1480 bei der Theilung des lichtenbergischen Erbes an Han au-Lichtenberg, (wurde jedoch zusammen mit Balbronn in demselben Jahre durch die Grafen Philipp und Ludwig von Hanau-Lichtenberg dem Ludwig von Müllenheim für eine jährliche Rente von 50 ft. (für 1000 fi. Kapital], die sie jenem verkauft, verpfändet, ebenso für eine gleiche verkaufte Rente dem Diebold von Müllenheim [mit dem Sieb]), 1736 an Hessen-Darmstadt. Einen Hof zu W. besass die Abtei Maursmünster, einen Dinghof und bedeutende Güter schon im frühen Mittelalter die ca. 850 gegründete Reichsabtei Erstein; sie kamen später mit derselben an das Strassburger Domkapitel. Auch die Waffner von Wasselnheim und das Strassburger Frauenwerk waren in W . begütert. - 1444 wurde W . von den Armagnaken erobert; 1635-1637 litt es unter einer verheerenden Pest. - | Ein adeliges Geschlecht von W., im 13. Jhdt. häufig erwähnt, ist wahrscheinlich Ende des 14. Jhdts. ausgestorben. Nach W. I nannte sich auch eine Linie der Stahel (Stehelin), Lehens- \ leute des Bisthums Strassburg, der Herren von Geroldseck u. a., im 14. Jhdt. erwähnt, zwischen 1420 und 1442 ausge- I storben. - W. hatte ursprünglich zwei Kirchen; die eine, St. Martin, war schon 1179 im Besitz der Abtei Maurs- I münster und wurde derselben 1330 incorporirt; die andere, | St. Erhard, auch Oberkirche genannt, gehörte der Abtei i Erstein und wrurde derselben 1334 incorporirt. 1464 hatte I St. Martin ein Rektorat, Plebanat und ein Primissariat, St. Erhard ein Rektorat, Primissariat und drei Kaplaneien. 1439 eine Wallfahrtskirche zu Bruderbach erwähnt, die heute verschwunden ist (wahrscheinlich schon in der Reformationszeit abgebrochen). 1545 wurde die Reformation in W. eingeführt. Seitdem prot. Pfarrei. Das Patronatsrecht stand 1345 den von Müllenheim, dann Hanau-Lichtenberg und der Abtei Maursmünster zu. Simultaneum von lb85 bis 1867. Kath. (königl.) Pfarrei 1693, mit Filialen Linzingen und Balbronn. - Der Templerorden (1312 aufgehoben) hatte in W. eine Niederlassung. - Die prot. Kirche ist ein gothischer Bau aus dem 14. Jhdt. 1869-1876 erneuert. Reste von Befestigungen des 13. Jhdts. Gemeinde wald (Oberförsterei Wasselnheim) 929,6 ha. 240-500 m über dem Meere. Buntsandstein, Vogesensand-stein, Muschelkalk. (Eiche, Buche, Hainbuche, Ahorn, Tanne, Kiefer, Schwarzkiefer, Fichte.) Drei Viertel des Waldes sind der Gde. im 16. Jhdt. von einer frommen Dame (deren Name nicht mehr zu ermitteln ist) vermacht worden mit der \Terpflichtung, wöchentlich eine Messe in der Pfarrkirche für deren Seelenheil lesen zu lassen, was auch bis 1793 ge- | schah. 180 ha wurden der Gde. als Abfindung für die Rechte im Strassburger Oedenwald im Jahre 1785 überwiesen (s. : Oedenwald). 1870 wurde die Enklave Kreuzwald angekauft. | Der Kahlberg Geyerstein (35 ha) ist in den fünfziger Jahren des 19. Jhdts. aufgeforstet worden. Hoffmann, Karl, Der Flecken Westhofen im Unter- Elsass, in alter und neuer Zeit. (Alsatia 7, S. 131-148.) "Westhofen, Theil der Gde. Hatten (Ka. Sulz u. Wald, Kr. Weissenburg, U.-E.). W e r st heim 1332 u. 1345. Früher selbständiges Dorf im Hattgau (s. d.), bildet heute den westl. Theil des Dorfes Hatten, der noch heute als «das West-hofen> bezeichnet wird. Scheint nach Erbauung der Burg Hatten (vor 1366) mit Hatten vereinigt worden zu sein. Bei der 1440 stattfindenden Theilung zwischen den lichtenbergischen Brüdern nicht mehr erwähnt. "Westhofen, Hanau-Lichtenbergisches Amt. Dasselbe umfasste die Gden. W . mit dem kleinen Schlosse Rosenburg, ferner Balbronn und iz.Th.) Tränheim. Hierzu kommen die nachfolgenden Ortschaften der ehemaligen Herrschaft Ochsenstein (s. d.): Allenweiler, Furchhausen (dies war Metzer Bisthumslehen, gehörte zur Reichsritterschaft und befand I sich als Afterlehen der Lichtenberg in Händen der Voltz von Altenau), Hengweiler, Reinhardsmünster mit der Burg | Ochsenstein und Haberacker, Wolschheim. Zugehörige Lehen | waren Fegersheim mit Ohnheim. Irmstett, Müttersholz mit Schloss Ehnweyer und Weiler Niederrathsamhausen, Wi- |