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Show 948 Saarland - Saarunion. mündet südlich Saargemünd in die Saar (linkes Ufer) - 75.6 km. 20 Aquäd. Höhenunterschied zwischen Anfang (265,5 m ) und Ende (192,5 m ) = 73 m durch 24 Schleusen überwunden, ausserdem noch eine Schleuse in der S a a r bei der Einmündung der Blies in Saargemünd. - Abmessungen nach Durchführung der Kanalbesserung Aug. 1895: Schleusenbreite 10 m, Wasserliefe 2 m, Breite des Wasserspiegels lo m, Schleusenkammern 38,10 m lang, 5,20 m breit. Gespeist wird der Kanal durch den R h e i n - M a r n e - Kanal und den M itt er sh eime r W e i h e r mittelst Speiseschleuse im Abschlussdamm und kurzem Speisegraben. Wasserspiegel des Weihers 3,103 m höher als die nächstliegende Kanalhaltung. Abfluss der die höchsten zulässigen Stauhöhen übersteigenden Wassermengen durch selbst-thätigen Syphon und Grundablass-Schleusen geregelt. Der Güterverkehr auf dem Kanal betrug in der Richtung Saarbrücken-Gondrexange 1898 62b32b t, 1899 605870 t, 1900 655b76 t, in der Richtung Gondrexange-Saarbrücken 1898 371678 t, 1899 335089 t, 1900 350542 t. Vgl. auch Theil I, S. 170. Riedel, Jos. Über die Rekonstruktionsarbeiten am Rhein-Marne- und Saar-Kohlen-Kanal in E.-L. Vortrag . . . Zschr. d. Ost. Ing.- u. Arch.-Vereins 1897 Nr. 32-34.) [Auch bes.] Wien 1897. Saarland. Herzog Karl IV. von Lothringen, dessen Ehe mit der Herzogin Nikolaia (gest. Ib57) kinderlos geblieben war, beabsichtigte seinem natürlichen Sohne, Graf Karl Heinrich von Vaudemont, einen Theil des Herzogthums zu hinterlassen, dessen Thronerbe des Herzogs Bruder Nikolaus Franz (gest. 1670) sein sollte. Nachdem der Graf von Vaudemont schon 1665 die grosse Herrschaft Finstingen erworben hatte, erhielt er durch Schenkungen vom 19. März und 15. November 1667 das Fürstenthum Lixheim (dessen Nutzniessung noch dem Wittwer der Fürstin von Lixheim und Pfalzburg, Henriette von Lothringen [gest. 1660] zustand), die Herrschaft Bitsch, die Grafschaft S a a r w e r d e n (bezüglich deren Lothringen durch den Reichsregress vom 9. Dezember I6b9 den Spruch des Reichskammergerichtes vom 7. Juli 1629 anzuerkennen genöthigt wurde, wonach Lothringen nur die Stadt Bockenheim und Alt-Saarwerden behielt), die Herrschaften Saaralben und Saareck, den lothringischen Antheil an der Mark M a u r s m ü n s t e r , die Herrschaften H a m b a c h und Freialtdorf und die Grafschaft Falkenstein in der Pfalz. Zugleich wurde in einem Vertragsentwurfe (Paix de famille) bestimmt , dass nach dem Erlöschen des Hauses Lothringen die Nachkommen von Vaudemont mit Ausschluss der französischen Linie (Guise u. s. w.) zur Regierung gelangen sollten. Einstweilen sollte aus den vorgenannten Gebietstücken unter der Hoheit des Reichs ein H e r z o g t h u m Saarland zu Gunsten von Vaudemont gebildet werden. Der erbberechtigte Herzog Nikolaus Franz hatte diesem Vertrage zugestimmt; sein Sohn Herzog Karl V. hat nach dem Tode Karls IV. (1675) trotz einer früheren Zusage, die Annahme des Vertrages, dem auch die französische Linie des Hauses widersprach, abgelehnt. Nachdem der Sohn Karls V., Herzog Leopold, durch den Frieden von Ryswyk lb97 in den Besitz des seil 1670 von Frankreich besetzten Herzogthums gelangt war, wurde zunächst durch den Wiener Vertrag vom 11. April 1699 der Heimfall der 1667 geschenkten Herrschaften vereinbart und durch Vertrag vom 31. Dezember 1707 Vaudemont, der auf die Schenkung von lbb7 verzichtete, mit dem Fürstenthum Commercy abgefunden. So ist das Reichsherzogthum Saarland nie zu Stande gebracht worden, der Name Saarland für den Vaudemont'schen Besitz allein hat sich einige Zeit erhalten. [dPr.] Saarlouis, Bailliage. Das durch Edikt vom Febr. 1685 errichtete königliche Bailliage S. (Bailliage Präsidial) umfasste von dem Reichslande angehörigen Ortschaften die | durch Artikel XIII des Vertrags von Vincennes (28./2 1661) an Frankreich abgetretenen Ortschaften der «Routen, in denen die Coutume de Lorraine herrschte. Es waren dies: I Donnclay, Geistkirch, Gisselflngen mit dem Lehen Kraftel und Lezey mit den Höfen Basse-Recourt und Haute-Recourt. ' (S. Route.) Saarlouis, Distr. Von dem Distr. S., der 1791-95 zum Moseldepartement gehörte, betrafen heute reichsländisches Gebiet nur die Ka. Berus, Busendorf, Saarlouis und Wald-wi. se. Die Ka. Berus und Waldwiese wurden 1795 aufgehoben, Busendorf und Saarlouis 1802 dem Arrondissement Diedenhofen zugetheilt. Saarlouis, Ka. Der Ka. S., 1790-95 zum Distr. gl. N., 1802-15 zum Arrondissement Diedenhofen gehörig, umfasste nur während der Jahre 1802-15 einige heute reichs-ländische Gden., nämlich Bisten im Loch, Falk. Harn unter Varsberg, Kreuzwald und A'arsberg, die vorher zum Ka. Bisten gehört hatten ; 1811 kam noch Gertingen aus dem Ka. Busendorf hinzu. Nach der Abtretung von Saarlouis an Preussen im Jahre 1815 scheinen alle diese Gden. zunächst [ dem Ka. Busendorf (s. d.) zugewiesen worden zu sein. Saarlouisstrasse, Kas. u. Hsr. ,Gde. u. Ka. St. Avold, , Kr. Forbach, L.i Früher AO., jetzt Theil des H O . der Gde. St. Avold. S a a r p r o v i n z (Province de la Sarre,. Ludwig XIV. hatte 1680 bei Wallerfangen (Vaudrcvange), der Hauptstadt des lothr. Bailliage d'Allemagne, die Festung Saarlouis er-j baut und dorthin, nachdem durch Edikt vom Februar IbSö die lothr. Bailliages aufgehoben worden waren, den Sitz eines Bailliage präsidial verlegt, welchem die durch den Vertrag von Vincennes vom 28. Februar 1661 (Art. 13) von Lothringen abgetretenen Ortschaften (Route i Sierck u. s. w\, dann die seit lb70 besetzten lothr. Gebiete an der Saar und einige reunirte Stücke des Oberrheins, die Grafschaften Saarwerden, Lützelstein u. s. w., Ib85 das ganze lothr. Bailliage d'Allemagne unterstellt wurden, aus welchen die ; Province de la Sarre, von einem Intendanten verwaltet, gebildet wurde. Lützelstein wurde 1682 durch Abmachung zwischen den Intendanten mit der Provinz Elsass vereinigt, ebenso das kurpfälzische Lehen Burscheid. Nachdem Frankreich durch den Friedensvertrag von Ryswyk 1697 gezwungen worden war, Lothringen und die Reunionen ausserhalb des Elsass wieder freizugeben, wurde die Saarprovinz wieder aufgelöst. Saarrixingen, zerstörtes Pfarrdorf im Bann der Gde. Imlingen (Ka. u. Kr. Saarburg, L.), auf der Stelle von Oberhammer (s. d.). Im Ib. Jhdt. noch unter dem Namen | «Rechicourt supra Saram >\ als Pfarrei des Metzer Archipr. Saarburg erwähnt. 1323 war die Deutschordenskomthurei Saarburg daselbst begütert. Da unweit von einander drei Rechicourt liegen (S., Rixingen und Rechicourt-la-petite [in Frankreich]!, ist es sehr schwer zu unterscheiden, was zu jedem gehörte (s. Rixingen). S. wird noch 1637 als getrennter Bann und als Besitz der Herren von Lützelburg, die dort den Antheil der von Ludres 1644 erworben hatten, i erwähnt; auch die Abtei Hessen war dort begütert. Der Ort wurde im 30jährigen Kriege zerstört. Der Name des Ortes 'ging als Sarixin, Zarixin auf die A O . Hammerwerk (s. d.) und Oberhammer (s. d.) über. Saarunion, St. (Ka. gl. N. [s. 1794], Kr. Zabern. U.- E. [1704-95 Distr. Saarunion]). 2991 E. (Sterbf. 25,1, leb. Geb. 29,2 auf 1000); 538 Hsr. (21 GRe.) Serv.-Kl. IV. - 240 m. - KrHO. Zabern (36,5); Bhf. S. (0,4). - Die Gde. umfasst den H O . S. (2918 E. 530 Hsr.) und die A O . Rebberg und Willergärten. - P. IL Kl. T. Oeff. Fernsprechstelle (s. 31. Okt. 1900). Stadt-Fernsprecheinrichtung (dgl.). Bhf. (s. 1872). AG., umfassend den Ka. S. 2 Notare. Gerichtsvollz. Kantonal-Polizei-kommissar für die Ka. S. und Drulingen. Gendarmeriestat. Oberförsterei (Forstaufsichtsbez. Strassburg-Zabern). Ober- Stktr. StA. I. Ortseinn. VerkehrsStA. Steuerkommissar. StE- |