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Show 870 Reichenweier - Reichersberg. Birckel (mit Lapidarmuscum) und Schule; dann mehrere Häuser in der Hirschgasse, in der Herrengasse, der Hintergasse, der Langgasse u. a. m. - R. ist der Geburtsort von Herders Gattin Karoline Flachsland (1750-1809). Gemeinde wald Oberförsterei Rappoltsweiler) 468,9 ha. vorherrschend Gneis. 340-700 m über dem Meere. (Tannenhochwald und Kastanienniederwald). War bereits im 15. Jhdt. im Besitz der Gde. Bericht über die Legung des Grundsteins der evangelischen Kirche zu R., den 4. Wintermonat 1846. (Mit einer Notice hist. sur la ville de R.). Colmar 1847. Ensfelder, Ed., L'ecole latine de Riquewihr. Rev. d'Als. 1878, S. 78-87), [Auch bes.:] Mulhouse 1878. Ders., Die Gemeinde-Ordnungen des Städtchens R. (Als. 1875/76. S. 295-309). Ders., Le siege de Riquewihr en 1635, (Rev. d'Als. 1877, 369-380). Ders., Le chäteau de Riquewihr et ses habitants. (Rev. d'Als. N. S. 8, 1879, S. 91-105). Kahl, A., Forstgeschichtliche Skizzen aus den Stadt- und Gemeindewaldungen von Rappoltsweiler und Reichenweier. (Beiträge zur Landesund Volkeskunde von Elsass-Lothringen, 19. Heft). Strassburg 1894. Mossmann, X., Une creance de Voltaire sur les vignes de Riquewihr. (Rev. d'Als. I, 1850, S. 111-126; vgl. auch S. 345/6). N erlin g er, Ch., Seigneur et bourgeois de R. au 15e siecle. Henri de Wurtemberg et Etienne Gru-cker. (Ann. de l'Est 12, 1898, S. 551-576). Notice sur Riquewihr. (Rev. d'Als. VII, 1856. S. 406-412). Wiegersheim, E., Diarium (zur Gesch. des Bauernkrieges). (Als. 1856/57 S. 349-356 . Reichenweier, Herrschaft. Ursprünglich selbständig, später (wahrscheinlich schon im 12. Jhdt.) von den Herren von Horburg erworben und mit deren Grafschaft Horburg vereinigt; die 1325 an Württemberg überging und bis zur Revolution in dessen Besitz blieb. Die Herrschaft umfasste die Stadt R. mit der Burg Bilstein, die Dörfer Altweier, Bebeinheim, Hunaweier, Mittelweier und Ostheim, sowie die untergeg. Orte Altheim, Reggenhausen und Theinheim z. Th. - 1535 wurde die Reformation in der Herrschaft eingeführt. Ueber die weiteren Schicksale derselben s. Horburg Grafschaft. Pfister, Ch., Le comte" de Horbourg et la seigneurie de Riquewihr sous la souverainete francaise. (Rev. d'Als. 1888, 23-56, 145-174, 232-248, 365-408;. [Auch bes.:] Paris 18S9. Reichenweier, Kanton. (Kr. Rappoltsweiler, O.-E.). Der Ka. Reichenweier (1700-95 Distr., 1800-1802 Arr. Colmar) umfasste 1790-95 die Gden. Bebeinheim, Gemar, Hunaweier, Mittelweier, Ostheim, Reichenweier und Zellenberg. Dazu kam 1795 Illhäusern aus dem Ka. Markolsheim, Distr. Benfeld, Nieder-Rh. Von diesen Gden. gingen Gemar, Hunaweier und Illhäusern 1802 in den Ka. Rappoltsweiler, die andern in den Ka. Kaysersberg über. Reichenweierwald, Staatswald. (Gde. Reichenweier. Ka. Kaysersberg, Kr. Rappoltsweiler, O.-E.). 433 ha. Oberförsterei Rappoltsweiler. Forsthäuser: Bärenhütte. Seelburg. (Tanne. Kiefer), Buntsandstein und Granit. Strasse Rappoltsweiler-Markirch. Ruine Bilstein. Gehörte zur Grafschaft Horburg (s. d.) 17f>3 vom Staat eingezogen. 1796 Ruine Reichenstein verkauft. 1821-1829 an Rappoltsweiler 79 ha, an Hunaweier 39 ha, an Reichenweier 32 ha, Zellenberg 13 ha, Bebeinheim 46 ha, Mittelweier 20 ha, Bennweier 22 ha abgetreten, 1874-81, 8 ha dazu erworben. Reichersberg, Df. (Ka. Havingen [1790 Ka. Flörchingen, 1*II2-19D1 Ka. Diedenhofen], Kreis Diedenhofen- West, L... 961 E. 21* Hsr. (12 GRe.) - 165 m. - AG. Diedenhofen (9,5) Hp. Reichersberg (0,2). - Richiermont 1270, Richenberg 1281, Richemont 1869. Die Gde. umfasst den HO. R. (499E. 111 Hsr.) und die AO. Fronholz, Ma-rahout, Mondelingen (s. 1812, vorher selbständig), Nieder- Bevingen, Ober-Bevingen, Pepinville, Port-de-Lampen, Strasse nach Busringen und Strasse nach Rombach, ferner die verschw. O. Bei den Kiesgruben, Gallenhof, Ornelle. - P. T. Hp. (s. 1854). Ortseinn. StEBez. Gross-Moyeuvre. Waisenhs. (s. Pepinville). Armr. (s. 1878). Fw. (s. 1847, 1 Spritze). Kath. Hilfspfarrei (s. 1804) des Archipr. Hayingen s. 1902, vorher des Archipr. Diedenhofen (s. 1804). Kirche des hl. Gorgonius (9. Sept.), 1864 umgebaut. Die Reformirten gehören zur Pfarrei Diedenhofen. - Geschäftssprache franz. - Dampfziegelei Ueckingen. Gesellschaft mit beschränkter Haftung, 1898 eröffnet (ein Ringofen, 32 Arbeiter), Fabrik zur Herstellung feuerfester Steine (der belgischen Aktienges. für feuerfeste keramische Produkte zu Morialme" mit einem Ringofen in Mondelingen (s. d.). Kleine Gerberei, Dampfschreinerei von Joh. Schneider (1898 errichtet , 22 Arbeiter. Kleine Mühle. Anfangs Juli Kram- und Viehmarkt. R. gehörte zu der Herrschaft Reichersberg (s. unten). - R. wird 1324 als «mar che d'Estanlt> zwischen Metz und Luxemburg bezeichnet. Diese Gerichtssitzungen wurden auf der Brücke über der Orne gehalten. 1324 wurde das Dorf von den Metzern verbrannt. Vom 11. bis 13. Juli 1642 hielt sich dort Karl IV. von Lothringen mit seiner Armee auf, während seine Gegner diese Gegend verwüsteten. - Ausser der grossen Herrschaft Reichersberg war im Dorfe noch eine besondere Grundherrschaft, welche früher den Baudoche aus Metz gehörte und von Erpeldingen rührte. Sie wurde 15. März 1725 durch Johann Limbourg an den Herrn de Gevignv verkauft und hatte ein besonderes Grundgericht. - Alte Pfarrei, zuerst 1297 erwähnt, des Archipr. Rombach. Den Kirchensatz hatte der Abt von Justberg. - Merowingisches Grabfeld. - Reste des ehem. Herrenhauses. - In der Kirche (Chor z. Th. alti schöner Altaraufsatz aus Justberg mit Inschrift, gute Arbeit des 16. Jhdts. Ueber Schloss Ornelle s. d. Gemeinde wald (Oberförsterei Rombach) 62,4 ha. Reichersberg, (Richemont), Herrschaft. Luxemburgisches Lehen, umfasste 1. Niederginingen z. Th. (Df. Niederginingen z. Th., Df. Oberginingen z. Th.). 2. Reichersberg z. Th. (Df. Reichersberg, Df. Mondelingen z. Th.Schi, und Hf. Pepinville, Wir. Ober- und Nieder-Bevingen). 3. Ueckingen z. Th. (zwischen Hof Brück und dem verschwundenen Hof Molgrauff). Reichersberg scheint ursprünglich Hausbesitz der Grafen von Luxemburg gewesen zu sein, der 1136 durch Heirath, an das Haus Namur-Luxem-burg gekommen ist. 1181 hat Graf Heinrich von Namur- Luxemburg die Mühle von R. der Abtei Justberg (Juste-mont) geschenkt. Im 12. Jhdt. war die Herrschaft an die Herren von Fentsch (Fontoy) aus dem Hause Valcourt zu Lehen gegeben. 1250 waren die Herren von Moncler, (Erben der Valcourt) im Besitze. Die luxemburgische Oberlehensherrlichkeit ist durch Schiedspruch 1270 anerkannt worden. 1281 huldigte Graf Heinrich von Spanheim, als Erbe der Moncler. Das Lehen ging dann auf die Herren von Ruttig (Roussy) und von diesen durch Kauf 1310 an Egidius von Rodemachern über; 1346 wurde das Lehen durch Ueberlassung der Burg von Pepinville (Pup-pelstorf) verbessert. 1411 huldigte Gilles von Rodemachern dem Grafen von Luxemburg für die von ihm neuerbaute Burg bei R., Ornelle genannt. Im luxemburgischen Erb- I streite nahm Frankreich 1458 R. in seinen Schutz, besetzte auch 1477 auf kurze Zeit die Burg, die 1479 wieder luxemburgisch war, sie wurde 14S3 von den Metzern zerstört. 1492 wurde die Herrschaft R. mit den übrigen wegen Felonie verwirkten Lehen der Rodemachern und ihrer Erben dem Markgrafen Christoph von Baden überlassen. Das Haus Baden behielt bis 1612 die Herrschaft R. die damals durch Kauf an die lothringische Familie von W e y s s , 1667 an die Mohr vom Wald, 1700 an die de Pimodan überging. Nach dem Pyrenäischen Frieden (1659) hat Frankreich unter Widerspruch von Spanien die Landeshoheit ausgeübt. (S. Luxemburg, Herzogthum.) 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