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Show Saarbach - Saarbrücken. 937 sprünglich gehörte es zu dem bischöflichen Amte Saarburg (s. d.), wurde im 14. Jhdt. den Grafen von Lützelstein als Pfandlehen überlassen und von diesen mit der Herrschaft Saareck vereinigt. 1766 wurde es von den Herren von Lützelburg an den Grafen de Longeron, von diesem 1768 an die de Bussy und gleich darauf an die von Custine verkauft, mit Hoch-, Mittel- und Grund-Gerichtsbarkeit. Im 8. Jhdt. scheint hier die Abtei Weissenburg begütert gewesen zu sein, 1245 war es die Deutschordenskomthurei Saarburg, 1307 die Abtei Vergaville. - S. war Pfarrei des ehemaligen Metzer Archipr. Bockenheim. Den Kirchensat/ halten die Herren von Saareck. - Im Walde bei S. Hügelgräber, in denen sich vorhistorische Schmuckstücke aus Bronze und Lignit fanden. Möglicherweise ist hier die Römerstrasse Metz-Strassburg und der Pons Saravi der Itinerarien zu suchen, denn im Dorfe selbst, wie auf der ganzen Gemarkung, sind zu wiederholten Malen römische Funde gemacht worden ; so Münzen, ein bronzener Apis-Stier von schöner Arbeit, und auf der das Dorf umgebenden Höhe zahlreiche Reste einer bedeutenden römischen Ansiedlung. Auf alte Besiedlung weisen auch die Flurnamen Heidenschloss», «Schlossberg»,- Romansberg », Heidenmatt>,«Heidenmauern», «Heidenbronn» hin. G e m e i n d e w a l d iForstorte: Saarwald, Kastehvald und Weiherwaldi. Oberförsterei Saarburg. 202,2 ha. (Mittelwald.) Früher Domanialwald der Herrschaft Finstingen. Im Besitz der Gde. seit 1816 durch Kantonnirung. S a a r b a c h s, Leber 30. S a a r b r ü c k e n , Deutschordenskomthurei 1227 gegründet. Dieselbe war im jetzigen Reichslande begütert in : Alstingen, Behren (1301), Biedersdorf b. Mörsberg (1263), Blies-Ebersingen, Brechungen (1560), Dieblingen (1311), Eb-ringen (1523), Folklingen (1523), Forbach (14<>1), Gebesdorf (1227, Patronati, Hundlingen (1305), Iplingen seit 1290), Marsal (1227). Neunkirchen (bei Saargemünd). Niederheim b. Ruh-lingen (1249), Nussweiler» 1305), Oberlillen.Oherhomburg' 1523), Ruhlingen (seit 1290), Spichern (1301). Stieringen (1301), Tentelingen (1300 und 1702). Teterchen (1535), Thedingen (1523), Warentwald (1227), Wölferdingen (1721), Würschingen (1574), Zinzingen (1523). S a a r b r ü c k e n , GraGehaft. Die ursprüngliche Grafschaft S. erstreckte sich nicht auf das Gebiet des heutigen Bezirkes Lothringen; doch haben im Laufe der Zeit die Grafen von S. und deren Nachfolger, die Grafen von Nassau, Besitzungen im Bezirke Lothringen erworben und mit der Grafschaft S. vereinigt. Wir sehen dabei ab von den ältesten Besitzungen oder späteren Erwerbungen der Nebenlinien des Hauses S., der Grafen von Zweibrücken, Leiningen, Eberstein und Werd, der Herren von Forbach, Rixingen, Ochsenstein und Greiffenstein. Eine alte Gaugrafschaft war S. nicht; die Herrschaft war gebildet aus Stücken des Bliesgaues und des Untersaargaues. Die Grafen von S. haben aus Alloden und aus Lehen, wie aus Vogteien allmählig ein von den bischöflichen Lehensherren des Hauptsitzes unabhängiges Gebiet gebildet, das schliesslich als reichsunmittelbare Grafschaft in den Rcichskollegien Aufnahme fand, obwohl der Titel Grafschaft nicht aus den staatsrechtlichen Eigenschaften des Gebietes, sondern nur aus den persönlichen Eigenschaften des dem Hause der Grafen im Nordgau (Unterelsass) entstammenden herrschenden Geschlechtes abzuleiten ist. Dieser Vorgang ist typisch für die ganze territoriale Gcbietsbildung im Westrich. Die Grafschaften Salm, Dagsburg, Lützelstein, Saarwerden und Blieskastel sind ebenfalls theilweise im Hoheitsgebiete des Bisthums Metz und innerhalb der alten Gaugrenzen von Nachkommen der alten Grafengeschlechter gegründet worden aus Besitzungen, welche theils Allode, theils Lehen, theils Vogteien waren und der herzoglichen wie der bischöflichen Landeshoheit sich entzogen. Diese Grafschaften und einige freie Herrschaften, wie Diemeringen, Finstingen, Frauenberg, bildeten die Reste des Oberrheinischen Kreises, die nach der Erwerbung von Metz und dem Metzer Lande (155.',, des Bisthums Metz (1648) und des Herzogthums Lothringen (1766) durch Frankreich bis zum Frieden von Luneville noch beim Deutschen Reiche blieben. Der Bliesgau und der untere Saargau Blesichowa, Sara-chova subterioii, in welchen das Gebiet der Grafschaft S. lag. sind hei der Theilung unter den Söhnen Ludwigs des Frommen 843 zum Reiche Lothars, 870 bei der Theilung Lothringens zu Deutschland gerechnel worden. Der grösste Theil der Grafschaft S. lag im alten Bliesgau, der westlich bis zum Köllerthale reichte, das die Grenze zwischen den Bisthümern Metz und Trier bildete. S. selbst war im 10. Jhdt. eine Reichsveste zum Schutze des Geleites auf den Strassen von Flandern nach dem Lampartischen Gebirge' und von Metz durch den Warentwald, die sich bei S. kreuzten. Diese Veste, zu welcher Quierseheid, Völklingen und ein Theil des Warentforstes gehörten, wurde vom Reiche verschiedentlich zu Lehen gegeben, so dem Herzog Friedrich von Niederlothringen aus dem Hause Luxemburg, gest. 1065. Das Sarburg, das Adalbert von Luxemburg, Probst von St. Paulin, Bruder der Kaiserin Kunigunde, nebst Rotissv, Sierck und Bernkastei besass, ist wohl Saarburg bei Trier, während die Besitzbestätigung des Kaisers Heinrich I. für das Bisthum Metz von 931 sich auf Saarburg bei Zabern bezieht.) Eist gegen Ende des 10. Jhdts. scheint das Bisthum Metz mit S. belehnt worden zu sein, das dem Bischöfe Dietrich II., der sich gegen seinen Schwager, Kaiser Heinrich I., aufgelehnt hatte, 1009 entzogen wurde. 1046 erhielt das Bisthum wieder die Stadt S. (villam S. integram), in welcher damals auch das Stift St. Arnuald Rechte hatte, und 1065 die Burg S. Jedenfalls blieb S. Lehen vom Reiche und die Rechte des Bisthums waren beschränkt auf S. mit Quierschcid und Völklingen und einem Theile des Warentwaldes; auf die übrigen Theile der Grafschaft hatte das Bisthum keinen Anspruch. Das Geschlecht der Grafen von S. aus dem Hause El- | sass erlosch 1233 mit Graf Simon III. Das Bisthum Metz musste den Versuch, die Grafschaft als erledigtes Mann- | lehen einzuziehen, wieder aufgehen und beschränkte fortan j seine Lehensansprüche auf S. selbst, (Quierschcid, Völklingen und den Antheil a m Warentwalde. Das Erbe ging an den Enkel des Grafen Simon aus der Ehe der Tochter Mech-j tilde mit Simon von Commercy über, 'nicht aul die Nachkommen aus der zweiten Ehe von Mechtilde mit Graf A m a - deus von Montfaucon-Mümpelgai d . Dieses /weite Geschlecht der Grafen von S. starb 1381 aus mit Graf Johann II. von S., dem der Schwiegersohn, Graf Johann von Nassau in der Grafschaft folgte, bei welchem Geschlechte das Land seitdem bis zur Revolution verblieb. Die einzelnen Gebietserwerbungen des Hauses S. im jetzigen Bezirke Lothringen waren : 1. Der W a r ent wald. von welchem ein Theil zur Burg S. gehörte, und, wie diese selbst, Lehen von Metz war. Das Geleitrecht durch den Warent hatten die Grafen von S. als Lehen vom Reiche. Wie gross der S sehe Antheil am W a rent war, ist mit Sicherheit nicht zu bestimmen. Es scheint indessen, dass S. im westlichen Theile des Forstes mit Lothringen, im östlichen Theile mit der Abtei St. Avold in Gemeinschaft stand. Lothringen scheint mit dem Bisthum Metz 1435 den gemeinschaftlichen Besitz getheilt zu haben s. Warsberg (Herrschaft! und Kriechingen Grafschaft). S. hat sich wegen des östlichen Theiles des Warentforstes 15*1 mit Lothringen, 1766 und 177(» mit Frankreich abgefunden, (s. Ueberherrn (Herrschafti, Berus (Herrschaft) und Warentforst). 2. Eine der ersten Erwerbungen des Hauses S. war die vom Bisthume Metz zu Lehen vergebene Vogtei über H o m b u r g und St. Avold. S. war schon im 12. Jhdt. im Besitze dieser Vogtei; Untervögte waren die den Grafen |