| OCR Text |
Show Saaru nion. o|) Bez. für die Gden. Altweiler, Bissen, Burbach, Diedendorf, j Domfessel, Harskirchen, Herbitzheim, Hinsingen, Keskastel, Oermingen, Pisdorf, Rimsdorf.Saarunion,Saarwerden,Schopperten, Silzheim, Völlerdingen, Wolfskirchen, Zollingen. Gde.-Fassaichungsamt. Oktroi (s. 23. Therm. XII [12. Aug. 1804]. Kreis-Bauinspektor für die Ka. Drulingen, Lützelstein (nördl. Theil) und Saarunion. 2 Kantonalärzte. Kreisthierarzt für den Bezirk Zabern II., umfassend die Ka. Drulingen und S 2 Apoth. Hospital. Station der Niederbronncr Krankenschwestern vom göttl. Erlöser. Armr. (Gründungsjahr unbek.). Armenverein. Oeff. Vorschusskasse (s. 1889). Filiale der Sparkasse zu Zabern (s. 1866). Wasserltg. (in der Altstadt s. 1808, in der Neustadt Gründungsjahr unbek ). Verbds.-Fw. (s. 1873, 4 Spritzen). Krgv. (s. 1. April 1886). - Kath. Pfarrei II. Klasse, D e k a n a t (s. 1802) umfassend die Pfarrei S. und die Hilfspfarreien Harskirchen, Herbitzheim, Keskastel, Lorenzen, Oermingen, Saarwerden, Silzheim, Völlerdingen. Schutzheiliger hl. Georg (23. April). Filialen: Rimsdorf und Schopperten (letzteres erst s. 1808, vorher zu Keskastel). Prot. Pfarrei, seit 1802 Sitz des K o n s i s t o r i u m s iInspektion Lützelstein) für die Pfarreien Altweiler, Harskirchen, Herbitzheim, Keskastel, Pisdorf, S., Wiebersweiler, Wolfskirchen und das Vikariat Saaralben. Filialen: [Alt-]Saarwerden, Rimsdorf und Zollingen. Filiale der ref. Pfarrei in Burbach. Rabbinat (s. Anfang des 10. Jhdts.). Sprengel: S. (nebst Herbitzheim und Saaralben), Diemeringen (nebst Dehlingen) und Struth (nebst Tieffenbach). Synagoge (s. Anfang des 19. Jhdts.). Jüd. Kirchhof (s. der franz. Revolution). - Sekt, des Vog.-Clubs (s. 1896). 2 Kalksteinbrüche ; 4 Ziegel- und Kalkbrennereien (Hars-kircher Ziegelwerke, Ges. m. b. H., Falzziegel und Thon-waaren); Fabrik landwirthschaftlicher Maschinen (Becker); Seilfabrik (E. Dommel, 47 Arbeiten; Lohgerberei mit Loh-mühlc; 4 Küfcreien mit Fassbinderei; 2 Strohhutfabriken (O. von Langenhagen und C. G. von Langenhageni; 2 Perlkranzfabriken (Ch. Karcher Sohn, 35 Arbeiter, und E. Schmidt, 10 Arbeiter). Hausindustrie: Palmhutflechterei. für Firmen. - Handel: Vieh, Wein, Branntwein, Mehl, Getreide, Bier, Bauholz, Salz, Steinkohlen. Tuch, Stoffe aller Art. 2 Buchhandlungen, davon 1 nach 1871 entstanden. Elektr. Zentrale (Akt.-Ges.) in der Einrichtung begriffen, ausgeführt durch die Firma Hoehl in Saarbrücken. - Ende April, Ende Nov. und (s. 1897) a m 1. Montage nach Maria Himmelfahrt Krammarkt; a m 1. und 3. Dienstage jedes Monats Viehmarkt; am 1. und 3. Freitage jedes Monats Schweine- und Ferkelmarkt. - Zeitungen: Saarunioner Zeitung, 6 Mal wöchentlich (in Saargemünei gedruckt und identisch mit der Saargemünder Zeitung, nur mit verändertem Titel); Saar- und Eichelthalbote, 6 Mal wöchentlich (in Zweibrücken gedruckt). S. ist entstanden aus der durch Dekret vom Ib. Juni 1794 erfolgten Vereinigung der Städte B o c k e n h e i m und N e u s a a r w e r d e n zu einer Gemeinde. 1. N e u s a a r w e r d e n (ma. Nöustadt): auf Zollinger Bann (linkes Saarufer) 1706-1710 durch die Inhaber der Grafschaft Saarw e r d e n , die Fürsten von Nassau, erbaut, als Ersatz für das an Frankreich verlorene Bockenheim, und zur Hauptstadt der Grafschaft erhoben. Bis zur Theilung derselben (1745) war Neusaarwerden Sitz des «Gemeinschafts-Amtes» der Grafschaft, die sich damals im Gemeinbesitz sämmt-licher Linien des Hauses Nassau befand. Bei der Theilung fiel dann Neusaarwerden der Linie Nassau-Weilburg zu, blieb jedoch Sitz eines A m t e s , das aber nun nur noch die Orte Burbach, Eyweiler, Herbitzheim, Keskastel, Pisdorf, Rimsdorf, Schopperten, Silzheim und Zollingen umfasste. Das zu Neusaarwerden angelegte fürstliche Schloss wurde nicht fertig gebaut; die Steine wurden später zur Restauration der Kirche in Münster (s. d.) bei Albesdorf verwendet. - Geboren (17bl) in Neusaarwerden ist Joh. Jac. I Schilt, General der französischen Republik, kämpfte in der Vendee und in Italien. - Neusaarwerden hatte eine protestantische Oberpfarrei, mit den Filialen [Alt-]Saar-werden und Zollingen zu denen 1805 noch Rimsdorf und 1814 Völlerdingcn kam, letzteres nur bis 1894. Kirche 1710 eingeweiht; bis zu diesem Jahre gehen auch, mit Unterbrechung von 1723-95, die Kirchenbücher zurück. Ausserdem war Neusaarwerden seit 1740 Filiale der reform. Pfarrei in Burbach und hat seit 1750 eine eigene reform. Kirche. Die Katholiken waren seit 1715 nach Bockenheim eingepfarrt. 2. B o c k e n h e i m i B u c c h e n h e im 1178; B o u q u e n o m 18b9; ma. B u c k e n u m ) : war Lehen des Bisthums Metz und gehörte bis ins 17. Jhdt. hinein zur Grafschaft S a a r w e r d e n (s. d.), deren Hauptstadt es zuletzt war. Schon 1178 war die Abtei Neuweiler daselbst begütert, im 13. Jhdt. ist der Ort wahrscheinlich schon befestigt gewesen, 1328 erhielt er Stadtrechte durch den Bischof von Metz. Nach dem Aussterben des Mannesstammes der Grafen von Mörs-Saarwerden (1507) wurde Bockenheim vom Bischof von Metz eingezogen und seinem Bruder, dem Herzog von Lothringen verliehen (1527). Doch blieben trotz dieser Belehnung die Erben der Mörs-Saarwerden, die Grafen von Nassau-Saarbrücken, noch ein volles Jahrhundert im Besitz der Stadt. Erst 1629 wurde sie durch Unheil des Reichskammergerichtes Lothringen zugesprochen, das sich ihrer bemächtigte, sie freilich schon lb34 an die Schweden, dann an die Kaiserlichen und an die Franzosen verlor. In allen diesen Kämpfen des 30jährigen Krieges, zu denen noch Hunger und Pest kamen, wurde Bockenheim furchtbar mitgenommen. 1639 zählte die Stadt nur noch 16 Bürger. Im westfälischen Frieden kam Bockenheim wieder in den Besitz von Lothringen, das es 1667 dem Prinzen von Vaudemont verlieh. Doch wurde die Stadt K>71 wieder von den Franzosen unter dem Marschall de Crecqui besetzt und vorübergehend an Nassau-Saarbrücken zurückgegeben. Ib77 war sie abermals Standquartier de Crecqui's. Erst lb97 k a m sie wieder an Vaudemont, 1705 direkt an Lothringen, mit diesem dann 176b an Frankreich. - Begütert zu Bockenheim war das saarwerdensche Stift St. Blasien. 1559 wurde die Bevölkerung der Stadt durch einwandernde Hugenotten stark vermehrt. Die Festungswerke 1671 von den Franzosen zerstört. 1680 wurden leichtere Befestigungen ausgeführt. Die Stadtverwaltung bildeten in älterer Zeit ein v o m Grafen ernannter Schultheiss, ein Bürgermeister und etliche Schöffen, die jährlich neu gewählt wurden. In lothringischer Zeit war Bockenheim Sitz eines Schultheissenamtes, seit 1751 Sitz einer Prevöte des Bailliage Saargemünd. Das Rathhaus wurde lb84 auf Kosten Ludwigs XIV. erbaut, 1773 restaurirt. - Bockenheim erscheint schon 1179 als Pfarrei. Filiale war schon im 16. Jhdt. Schopperten. Im 14. Jhdt. wird eine Kirche und eine Kapelle erwähnt, deren Patronatsrecht dem Landesherren zustand. 1557 wurde die Reformation in Bockenheim eingeführt ; prot. Pfarrei bis 1629. Seitdem wieder katholisch und seit 1660 katholischer Pfarrsitz mit den Filialen Schopperten (s. o), Rimsdorf (seit Ende des 17. Jhdts.) und Neusaarwerden (s. 1715), ferner gehörte 1695 auch der Lutter-bacherhof (Gde. Völlerdingen) zur Pfarrei. - Das Jesuitenkollegium in Bockenheim wurde 1630 gegründet durch Herzog Karl von Lothringen, der besonders die Pflege der deutschen Sprache zur Pflicht machte, welche die Sprache eines Drittels seiner Unterthanen sei. 1633 wurde es vom Rheingrafen Otto Ludwig zerstört, die Bibliothek des Ordens der Stadt Strassburg übergeben. 1710 wurde die Niederlassung erneuert, mit dem Hoflehen Brandelfingen (s. d.) und dem Zehnten von Lohr und St. Leonhard bei Finstingen ausgestattet; 1729-41 war sie wegen Mangels genügender Mittel geschlossen, 1757 wurde sie nach Errichtung eines Neubaues mit Kirche wieder eröffnet. Nach Vereinigung von Lothringen mit Frankreich wurden 1768 die Jesuiten durch weltliche Lehrer, 1780 diese durch Regularkanoniker |