| OCR Text |
Show Wasserleitung - Wattweiler. 1185 Friedrich Kappie)ler (geb. 1435 in Masmünster), der 1487 bei Calliano, südl. von Trient, die vorderösterreichischen, elsässischen und tirolischen Truppen des Herzogs Sigmund von Oesterreich führte und die Venetianer unter San Severino schlug. S. Masmünster, St. - Das Schloss, schon Ende des 18. Jhdts. Ruine, scheint erst Anfang des 19. Jhdts. gänzlich zerstört worden zu sein. Wasserleitung s. Alte Wasserleitung. Wasserstein, neuerdings als «T i tanen felsen» bezeichnet, Felsgruppe auf dem Gipfel des Hinter-Tännchels, östl. über Weiler Vordere Glashütte, Gde. Rappoltsweiler. 'Wasserstelzen, verschw. Schi. s. Sulzmatt, (Ka. Rufach, Kr. Gebweiler, O.-E.). 'Wassersuppe, Wir., s. Thomasthal (Wassersuppe). Wasserwald, bewaldetes Bergplateau, ca. 44<i m, zwischen dem Bärenbach und Mundelthal, zwei Seitenthälern der Zorn, südwestl. Weiler Stambach bei Zabern. Ausgedehnte Reste von Wohn- und Begräbnissstätten aus gallischrömischer Zeit, keine Befestigungen, wie manche annahmen; s. unter Gallisch-römische Wohn- und Begräbnissstätten im Artikel «Vogesen». Vgl. Bull, de la Soc. p. la cons. des mon. hist. d'Als. 1. s6r. 3, S. 127 mit ausführlichem Plan. Wassle, Sennh. (Gde. Sulzern. Ka. Münster, Kr. Colmar, O.-E.). 1 Hs. Entstehungszeit unbekannt. Watier, Kap. (Gde. Laquenexy, Ka. Pange, Kr. Metz, L.i. 18b9 durch Franz Watier erbaut, dem hl. Kreuze und der Jungfrau Maria geweiht. Wattenbach s. Leber 20. Watterho f s. Waderhof. Wattermühle s. Wadermühle. Wattweiler, Df. (Ka. Sennheim [s. 1790], Kr. Thann, O.-E.). 1259 E. 277 Hsr. (12 GRe.) - 360 m. - AG. Sennheim (4,0); Bhf. Sennheim (4,8). - Wattoneviler 728; ma. und franz. Wattwiller. - Die Gde. umfasst den HO. W. (1249 E. 274 Hsr.) und die AO. Hirtzstein, Laterne, Molkenrain, (die früheren AO. Bad Bletz, Mühlgarten und Wesch-bach zählen jetzt zum HO.); ferner den unbew. O. Hirzen-stein und die verschw. O. St. Sebastian, Weckenberg. Auf der Grenze zwischen W . und Uffholz liegt die Ruine Herrenfluh. - P. F. Oeff. Fernsprechstelle is. 1. Okt. 1900). Ortseinn. StEBez. Sennheim. Armr. (s. 1803; Grundbesitz 3,62 ha). Verbds.-Fw. (s. 1880, 3 Spritzen). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Sennheim (s. 1802); Kirchenfest 29. Aug. (lohannes Enthauptung). - Bad, kürzlich neu eingerichtet. Eisen- und arsenikhaltige Mineralquellen. Sandsteinbruch. Eisenerzbergwerk «Honnafelder». Eigenthum der Münster'schen Gewerkschaft zu Düsseldorf <s. 1900). Baumwollweberei Nie. Heuchel iMühlengarten). Gegründet Mitte der 60er Jahre, 330 Webstühle, 80 Dampfpferdekräfte, 230 Arbeiter. Sägemühle mit Dampfkraft. W. bildete mit Uffholz sowie den Burgen Herrenfluh, Hirzenstein und Weckenhach die murbachische Vogtei Watt weil er. Der Abtei Murbach 728 vom Grafen Eberhard vom Elsass geschenkt, wurde es derselben durch Kaiser Heinrich II. entrissen und an das Bisthum Basel gegeben, jedoch durch Kaiser Conrad II. 1025 zurückerstattet. Der darüber zwischen Basel und Murbach entstandene Streit wurde erst 1194 in der Weise beigelegt, dass Murbach künftighin W . zu Lehen von Basel nahm. Die Vogtei war als murbachisches Lehen im 12. und 13. Jhdt. in den Händen der Grafen von Habsburg, welche sie als Afterlehen an die Edlen von Horburg und 1244 an die Waldner von Freundstein übertrugen, bis sie 1259 durch Kauf an die Abtei zurückfiel. Abt Conrad brachte 1318 weitere der Abtei entfremdete Güter von den Grafen von Pfirt an Murbach zurück, und in demselben Jhdt. wurde zu W . ein murbachischer Dinghof errichtet. (Weisthum von 1397; Stoffel S. 119 ff.). - Als murbachische Lehensträger erscheinen die Wattweiler, Eschenbach, Hungerstein, die von Hus, die St. Amarin, Landenberg, Masmünster, Pfirt, Flachslanden, Neuenstein, . Gohr, Münsingen, Ostein. In W . begütert waren ausser Murbach Kloster Goldbach, Kaltenbrunn (Froide Fontaine, Ka. Delle). St. Amarin, die Antoniter in Isenheim, sowie die Johan-niterkomthurei Sulz (1342) und die Deutschordenskomthurei Mülhausen. Die bedeutenden Weinzinsen der Letzleren erhob 1 ein besonderer Einnehmer. Zehntherr war der Bischof von Basel, als dessen Lehensleute die Bärenfels, Hallwyl, Wattweiler, Baldcnegg, Tierstein, Hirzbach, Blumenstein genannt werden. - Durch Abt Berthold von Murbach 1260 mit Stadtrechten versehen und befestigt, ist W . durch den Heldenmuth bekannt geworden, mit welchem die Bewohner wiederholt feindlichen Ueberfällen entgegentraten. 137b wurde die Stadt von den Engländern genommen, nachdem 100 Bürger erschlagen und viele gefangen genommen waren ; 1444 wurde sie von den Armagnaken, 14b* von den Schweizern gestürmt. Die 1525 erfolgte dreimalige Abwehr des An- | Sturmes der aufständigen Bauern wurde von dem Wattweiler Schulmeister Lienhart Ott besungen. Ib34 wurde W . von den Schweden nach dem Siege über die Kaiserlichen bei i Sennheim besetzt, 1652 von den Lothringern, als Verbündeten der spanischen Habsburger, erobert und geplündert. Kaiser Friedrich III. verlieh der Stadt 14b4 das Privileg zweier Jahrmärkte und eines Wochenmarktes. 1550 hatte W . 138 | Herdstätten. Das Schloss in W., welches mit der Stadt ein | abgeschlossenes Territorium mit Zwing und Bann bildete, wurde 1291 erbaut; es war der Sitz des Vogtes und Absteigequartier der Aebte von Murbach. Im Ib. Jhdt. war es im Besitze der Flachslanden; lt>51 kam es an die von Gohr, deren Eigenthum es noch im 19. Jhdt. war. - W. besitzt zwei Mineralquellen, welche, wie es scheint, schon den Römern ! bekannt waren und in einem uralten Urbar erwähnt werden. 1429 wurden sie einem Beständer in Pacht gegeben, 1712 von der Gde. an den Abt von Murbach und von Gorze, Graf Phil. Eberh. von Löwenstein-Rochefort abgetreten, der ein i neues Badehaus errichtete und 1720 eine Badeordnung cr- [ Hess. - Die Pfarrkirche mit Michaels-, Liebfrauen-, Clausen-und Jacobspfründe, in ihrer jetzigen Gestalt ein Bau des 15. Jhdts., gehörte bis 1801 zum Landkapitel Citra Colles j Ottonis des Bisthums Basel; den Kirchensatz hatten der Abt von Murbach und die von Gohr. - Die vielleicht vom Baseler Bischof aus Oelenberg hierher verlegte Beghinen-klause war schon 1320 dem Verfalle nahe; sie wurde 1366 reformirt und unter die Aufsicht der Dominikaner in Gebweiler gestellt. 1513 wurde sie zur Erweiterung des Spitals von der Stadt erworben. - Das Rathhaus wurde 1615 neu erbaut. - Das Geschlecht derer von W., dessen Mitglieder Schultheissen in W., Bürger in Basel und Mülhausen, Burgsassen in Thann und Ensisheim waren, starb 15b8 mit Hans Rudolf aus. Die Erben waren die Hagenbach und die Pfirt. - W . liegt am Hauptkeltenwege von Beifort nach Brumath ! und Selz längs des Vogesenfusses. Neolithische, Bronze- ; und römische Funde. Die Kirche zum hl. Johannes Baptista stammt aus dem 12. Jhdt.; der Thurm aus dem 15. Jhdt. Die Kirche ist im 15. Jhdt. stark umgebaut worden. Im Triumphbogen der nördlichen Seitenschiffsapsis sehr interessante alte Malereien des 13. Jhdts. Im südlichen Seitenschiffe schönes Epitaphium einer Dame von 1344. Im Badhotel Reste des alten Schlosses; im Orte sonst noch verschiedene alte Häuser der Renaissancezeit, auch ein Brunnen von 1577. Gemeinde wald (Oberförsterei Thann) 57b,S ha. Porphyr, Grauwacke, Sandstein und Diluvium. (Tannen- und Buchenhochwald; Eichenniederwald). In den Besitz der Gde gelangt vermuthlich durch Schiedsspruch vom 10. Mes-sidor III. Remy, Gesch. des Städtchens Wattweiler. Sennheim 1S98. St ob er, Aug., Das ehem. Städtchen W . im O.-E. 2. Bearb. Mülhausen 1873. Stehle, B., Stadtordnung von Wattweiler im Oberelsass. (Jahrbuch für Geschichte, | Sprache und Litteratur Elsass-Lothringens III, S. 57-b4.) j Le siege de W . et le sac d'Uffholtz par les rustauds, en 75f |