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Show 1208 Weyer - Wibolsheim. heiliger hl. Simon und Judas (28. Okt.). Filialen : Adamsweiler (s. 1808, vorher Filiale von Lützelstein), Bettweiler (dgl.), Gungweiler (dgl.), Drulingen. Prot. Pfarrei Augsb. Konf., s. 1852 zum Konsistorium Drulingen der Inspektion Lützelstein gehörig. - Messerschmiede; Getreidemühle. Hausindustrie: Palmhutflechterei, für Firmen. W. gehörte zur Grafschaft Saarwerden (s. d.); bei deren Theilung (1745) kam es an Nassau-Saarbrücken (Amt Harskirchen), 1327-37 war es den Finstingen verpfändet. Begütert zu W . waren die Abtei Graufthal und Kloster Wers-weiler in der Pfalz (bis 1301). Ib27 wurde das Dorf von den Kaiserlichen niedergebrannt und blieb bis ca. 1650 unbewohnt und verödet. - Vor der Reformation war W . Pfarrei des Landkapitels Bockenheim (Bisthum Metz). Nach Einführung der Reformation (1557) bis 1629 eigene prot. Pfarrei, bald nach 1557 mit Filiale Hirschland. 1671-74 war W . Filiale von Lorenzen, 1674-S5 von Drulingen. Ende des 17. Jhdts. Gründung einer kath. Pfarrei mit den Filialen Ottweiler, Sieweiler und Weckersweiler, deren Pfarrer im 18. Jhdt. jedoch in Sieweiler wohnte. Ib98-1745 war W. Filiale der prot. Pfarrei Hirschland, seit 1745 wieder eigene Pfarrei. Simultaneum von 1698-1769. Die prot. Kirche 1769 eingeweiht. Die Kirchenbücher gehen bis 1768 zurück. Das Patronatsrecht besass anfangs die Abtei Graufthal, später der Landesherr. - Mit W . wurde ein Theil des Bannes des abgegangenen Ortes Ischen vereinigt. - Römische Reste. - Im 18. Jhdt. Gipsgruben. - Dominikus Striebel, der Anstifter der Saarwerden'schen Bauernempörung von 1722, war ein Bürger von W. Gemeinde wald (Oberförsterei Saarunion) 209,5 ha. (Eichen, Buchen mit Hainbuchen, auch Kiefern und Fichten). Alter Besitz der Gde. "Weyer (Gde. Mühlbach, Ka. Münster, Kr. Colmar, O.-E.). Früher als AO. der Gde. Mühlbach bezeichnet, zählt jetzt zum HO. Weyerbächel s. Lauter 2, Mossel 5. Weyerberg, H., 227 m, westl. Waldolwisheim, Ka. Zabern. Weyergraben s. Rothbach (Moder» 12, Sauer 18. Weyerhaul, Hs. (Gde. Mutzig, Ka. u. Kr. Molsheim, U.-E.). 2 E. 1 Hs. Früher Not tinger genannt. Anfang der 50er Jahre des 19. Jhdts. erbaut. Weyer-Kapelle, Kap. in Bitsch (Ka. Bitsch, Kr. Saargemünd, L.i. Muttergottes-Kapelle. zu Ehren U. L. Frau vom Rosenkranz, 1515 erbaut. Weyerkopf, 3so,4 m, Westhang gegen das Rehbachthal, ostnordöstl. Schönburg, Ka. Lützelstein. "Weyerkopf auch Finsterkopf genannt, 4b9,9 m, TP., s. Windstein, Ka. Niederbronn. Weyermatt, Hsr. (Gde. Urbeis, Ka. Schnierlach, Kr. Rappoltsweiler. O.-E.). Sollen seit etwa 100Jahren bestehen. Weyermühle. Hs. (Gde. Falk, Ka. Busendorf, Kr. Bolchen, L.;. 1 Hs. Frühere Mühle; dieselbe brannte um 1884/5 ab; die Gebäudereste wurden b Jahre später in eine Sägemühle umgebaut, welche aber 1894 gleichfalls abbrannte. Ein kleines Gebäude, welches stehen blieb, ist als Arbeiterwohnung eingerichtet. "Weyermühle, M. (Gde. Sufflenheim, Ka. Bischweiler, Kr, Hagenau, U.-E.). 7 E. 1 Hs. Soll Ende des 17. Jhdts. erbaut worden sein. Weyer-Mühle, M. (Gde. Weyer, Ka. Drulingen, Kr- Zabern, U.E.). 4 E. 1 Hs. Soll seit Ende des 18. Jhdts. bebestehen. Weyersheim, Df. (Ka. Brumath [1790-1802 Ka. Bischweiler], Ldkr. Strassburg, U.-E.). 201b E. (Sterbf. 34,8, leb. Geb. 39,2 auf 1000) 441 Hsr. (18 GRe.) - 140 m. - AG. Brumath (7,5); Hp. W . (0,8). - Uuihereshaim 774; Wie- • resheim 884; Wihereszheim 1425; ma. Wir sehe. - P. T. Oeff. Fernsprechstelle (s. 1901). Hp. (s. 1893). Notar. Ortseinn. StEBez. Strassburg V. Armr. (Gründungsjahr unbekannt). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Brumath (s. 1802). Schutzheiliger hl. Michael (29. Sept.). Filiale: Bietlen-heim. - Fischerei. Hanfreibemühle. Korbmacherei (Wandergewerbe). Getreidemühle. Oelmühle. Hausindustrie: Gänse-mästcrei und Leineweberei auf eigene Rechnung, Haar- und Seidennetzstrickerei für Firmen, Erheblicher Tabackbau. Altes Dorf (auch W . zum Thurm genannt); schon 774 war die Abtei Weissenburg daselbst begütert. Besitz zu W . hatte 884 Kloster Honau, im 12. Jhdt. Kloster Sindeisberg. W . gehörte dem Bisthum Strassburg und stammt wahrscheinlich aus dem Güterbesitz der ehemaligen Abtei Honau. Im 14. Jhdt. war es als bischöflich-strassburgisches Lehen im Besitz der Geroldseck. Nach deren Aussterben (1390) kam es an deren Erben, die Leiningen (zu drei Viertel) und die Ochsenstein (zu ein Viertel). Das ochsensteinische Viertel kam 1423 an die Bayer von Boppart, die es 1480 wieder an den Bischof verkauften. Die Leiningen'schen drei Viertel von W . hatten mannigfache Schicksale. Ein Viertel wurde 143b an Claus Okenfus von Strassburg verpfändet; ein anderes Viertel 1434 den Herren von Lichtenberg, 1441 an die Familie Ritter von Urendorf, das letzte Viertel endlich 1439 an Wirich Puller von Hohenburg und Niki. Schornstete und 1440 an die Wurmser. Von diesen drei Theilen brachte das Bisthum das Wurmsersche Viertel 1481 durch Ablösung wieder an sich, 1502 auch den Theil der Ritter von Urendorf. Doch wurde letzterer, so wie das noch übrige Viertel, 1530 wieder von den Leiningen-Dagsburg eingelöst, die seitdem bis 1782 die Hälfte des Dorfes besassen; und zwar übten sie die Hoheitsrechte mit dem Bischof von Strassburg, der die andere Hälfte inne hatte, gemeinsam aus. Der bischöfliche Theil gehörte zum Amte Kochersberg. 1592, im bischöflichen Krieg, wurde W . geplündert und verbrannt. 1744 war es Hauptquartier der kaiserlichen Truppen. - Kirchlich gehörte W. zum Landkapitel Unter-Hagenau. Kirche schon 1289 erwähnt. Das Patronat besassen damals die Geroldseck, 1456 die Bayer von Boppart, 1476 die Leiningen. 1344 ein Primissariat gestiftet. Die Pfarrei wurde 1687 dem Jesuitenkolleg zu Molsheim incorporirt, ebenso die Kapelle St. Wolfgang zu W., die schon 1356 erwähnt wird. Den Zehnten zu W . trat die Probstei Weissenburg 1525 und 1538 an Hanau-Lichtenberg ab. Bis zur Reformation war Bietlenheim Filiale der Pfarrei W., wohin auch später die Katholiken wieder eingepfarrt waren. Bis 1779 war auch Hördt Filiale von W . - W. liegt an einem Keltenwege von Hürtigheim nach Bischweiler und Selz. Römische Funde. - Aus W . soll der bekannte Maler und Holzschneider Hans Baidung gen. Grien (gest. 1545 zu Strassburg) stammen. Weyerslugmühle, Sgm. (Gde. Kestenholz, Ka. u. Kr. Schlettstadt, U.-E.). 1 Hs. Soll sehr alt sein, Erbauungszeit unbekannt. Wibersdorf, nach Lepage verschw. Hof der Gde. Insweiler (Ka. Albesdorf, Kr. Chäteau-Salins, L.), wird aber wohl als < Uibersdorf» aufzufassen, also mit dem «Ueber-dorf » genannten Theile von Insweiler identisch sein. "Wibolsheim, Df. (Gde. Eschau, Ka. Geispolsheim, Kr. Erstein, U.-E ). 459 E. 85 Hsr. - W. wird schon 778 erwähnt: In der Wibolsheimer Mark wurde die Abtei Eschau gegründet. Später (11. Jhdt.) erscheint die Abtei St. Stephan zu Strassburg dort begütert. W . war schon früh im Besitz der Herren von Lichtenberg, wahrscheinlich als Reichslehen. 1367 wurde der Ort von den Lichtenbergern den Rathsamhausen von Ehenweyer verliehen, die ihn bis zur Revolution besessen haben. W . war reichsritterschaftlich. Der Dinghof gehörte dem Kloster St. Stephan zu Strassburg. Ein Theil von W . wurde um 1420 von Bernhard von Böcklin erworben und war bis zur Revolution im Besitz dieser Familie, die um 1800 erloschen ist. Die «Knebelsburg» zu W . war Allodialbesitz derselben |