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Show Thann - Thannenkirch. 1113 warthütte zu Thann. (Elsass. Volksschriften 43). Strassburg [1S99]. T h a n n , Herrschaft. Bildete einen Theil (Amti der Grafschaft Pfirt und bestand aus den Vogteien: 1. Th. mit den 27 Ortschaften: Th. mit der Engclburg, Alt- Thann, Ammerzweiler. Balschweiler, Bernweilcr, Brünighofen, Bütweiler, Diefmatten, Eglingen, Enschingcn, Gallingen, Gildweiler, Leimbach, Morzweiler, Niederaspach, Nicderburnhaupt, Niederspechbach, Niedersulzbach, Ober-aspach, Oberburnhaupt, Oberspechbach, Obersulzbach, R a m mersmatt, Reiningen, Rispach iReppc in Frankreich), Rodern und Ueberkümen; 2. T r a u b a c h mit den 15 Ortschaften Baronsweiler, Bretten, Brückensweilcr, Dammerkirch, Ellbach, Falk weiler, Gevenatten, Gommersdorf, Hecken, Niedertraubach, Obertraubach, Retzweiler, Sternenberg, Welschensteinbach, Wolfersdorf. Dazu kamen die 5 Burglehen Kingersheim, Michelbach, Schweighausen, Wittels-heim und Wittenheim. Balschweiler, Sulzbach, Rciningen und Roppe (b. Beifort) waren Meierthümer. Die Entstehung der Herrschaft ist unbekannt; im Anfange des 13. Jhdts. wird sie zuerst in den Quellen erwähnt und zwar als Dependenz von Thann und der Engelburg. Als älteste Besitzer gelten die Grafen von Pfirt; allein nach dem Kriege, der zwischen den Plirtern und dem Mit-König Heinrich VII. einerseits und Bischof Berthold von Strassburg andrerseits um die reiche Hinterlassenschaft des 1225 erloschenen Dags-burger Hauses geführt wurde, erscheint Heinrich VII. im Besitze der Herrschaft, die er laut Urkunde vom 28. Juni 1214 dem Bischöfe von Strassburg überliess mit der ausdrücklichen Erklärung, dass alle Ansprüche der Plirter hinfort nichtig seien. Ohne auf diese zu Nürnberg ausgestellte, 123b von Kaiser Friedrich II. bestätigte Urkunde Bezug zu nehmen, trug 1251 Graf Ulrich von Pfirt, der 1232 seinen Vater Friedrich ermordet und seinen Bruder Ludwig der That verdächtigt hatte, u m ihn von der Erbschaft auszuschlicssen, die Herrschaft Thann unter Vorbehalt des Zolles dem Strassburger Bischöfe Heinrich von Stahleck zu Lehen auf, und sicherte so, wenn auch als kirchliches Lehen, seinem Sohne Theobald den Besitz, den er als Vatermörder, nachdem er die That kurz vor seinem Tode (1275) durch Urkunde gestanden, nicht hätte erben können. Aus demselben Grunde erklären sich die Zuwendungen des Grafen Ulrich an das Bisthum Basel, dem er unter anderem das Dorf Alt-Thann abtrat. 1324 k a m Th. mit allem übrigen Plirter Gut an die Habsburger und lb48 durch den westfälischen Frieden an Frankreich. Seit lbb9 bildete Thann einen grossen Theil der Dotation, mit der Ludwig XIV. den Cardinal Mazarin belohnte; dessen Erben waren die Valentinois und die Fürsten Grimaldi von Monaco. Litter.: Ingold, A., Le comte de Thann et la preA-öte" de Traubach en 1759. Extr. du Bull, du Muse*e hist. de Mulhouse. Mulh. 1881. T h a n n , Vogtei, s. Thann, Herrschaft. T h a n n , Kanton (Kr. gl. N., O.-E.). Umfasst die Gden. Alt-Thann, Bitschweiler. Gewenheim. Leimbach, Michelbach, Niederburbach, Oberaspach, Rammersmatt, Rodern (Hoh-rodern), Thann, Weiler, und enthält auf 91,07bl qkm 2326 bewohnte Häuser etc., mit 18118 Einwohnern. - Der Ka. Th., 1790-95 zum Distrikt, 1800-1870 zum Arrondissement Bei fort gehörig, umfasste seit 1790 die heutigen Gden. mit Ausnahme von Gewenheim und Niederburbach, die ihm eist 1795 aus dem Ka. Masmünster zugewiesen wurden. Ausserdem gehörten ihm 1790-95 noch zu : Felleringen, Krüt, Mitzach, Mollau, Odern, Ranspach, St. Amarin, Storkens-auen, Urbis, Wildenstein, die 1705 in den Ka. St. Amarin übergingen. T h a n n , Kreis (O.-E.). Umfasst die Ka. Masmünster, St. Amarin, Sennheim, Thann, mit zusammen 53 Gden. und enthält auf 523,7041 qkm 8875 bewohnte Häuser etc. mit 59175 Einwohnern. Gebildet als Unterpräfektur den 30. Jan. 1871 aus Stücken des Arrondissements Bclfort; Kreis durch Gesetz vom 30. Dez. 1871. - Wandkarte des Kreises Th. Gebweiler, Boltze 1*74. T h a n n e n k i r c h , 1>I. (Ka. [s. 1790] u. Kr. Rappoltsweiler, O.-E.i. 770 E. 151 Hsr. 112 GRe.) - 510 m. - AG. Rappoltsweiler (10,1); HSt. Rappoltsweiler-Stadt (9,3). - Tannenchilche 1308; T a n n e n k i r c h 1473; St. A n n a e - ki r c h lb25; A n na kirch 1644. - Die Gde. umfasst den H O. Th. (632 E. 124 Hsr.) und die AO. Bienette, Funywäldy, Melkerhol. Mühlenrain, Rebacker, Rotz, Schillig, Schweiz, Tännchel; die früheren A O . « A m Rain» und «Legotte> zählen jetzt zum Dorfe. - Oeff. Fernsprechstelle. Ortseinn. StEBez. Rappoltsweiler. Verbds.-Fw. (s. 1880, 2 Spritzen. - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Rappoltsweiler ts. 1802). Schutzheilige hl. Katharina (25. Nov.). Die Reformirten gehören zur Pfarrei Markirch. - Kleine Handweberei der Firma Fischer & Hirtz in Markirch. Hausindustrie: Handweberei woll. Damenkleiderstoffe, nebst Garnspulerei und Stück-putzerei. Die Arbeit geschieht auf Rechnung von Markircher Firmen. Zu Anfang des 14. Jhdts. (nachweislich von 1343 an erscheint das Dorf als freier Eigenbesitz der Edlen von Rathsamhausen; oh auch die vrowe von Tannekilche, welche 1308 erwähnt wird, zu diesen gehört, lässt sich nicht ermitteln. Uebertragungen und Verkäufe 1345, 1354, 1390, 1458, 1470 und 1493. Zu einem schon früher von Dietrich von Rathsamhausen ihm überlassenen Theile kaufte Wilhelm I. von Rappoltstein 1470 die Antheile, welche bis dahin dem Spital von Schlettstadt (Zuwendung Diebolds von Rathsamhausen 1390) und dem Ritter Heinrich von Rathsamhausen gehört hatten (vgl. Urk. vom 20. Februar 1473', und es stand ihm in diesen drei eine Hälfte ausmachenden Theilen alle Herrlichkeit mit Zwing und- Bann, sowie alle Gerichtsbarkeit zu. In der andern Hälfte genoss Moritz von Rathsamhausen seit 1458 dieselben Rechte: er veräusserte sie (nach 1473) an Caspar von Mörsperg, der sie (vor 14931 an Hans von Hattstatt verkaufte. 1493 gelangte dieser Antheil an Caspar von Walbach, der ihn wahrscheinlich der Herrschaft Rappoltstein auftrug und mitsammt der andern Hälfte als Lehen zurückerhielt. 1520 wurde Wilhelm von Walhach mit dem ganzen Dorfe belehnt, und nach seinem Tode (vor 15S0) fiel das Lehen an die Herrschaft zurück. 1586 'bis wann? verpfändeten die Vormünder Eberhards I. von Rappoltstein Th. an Michel Theurer von Strassburg, der ihnen statt der Kaufsumme (1400 Gulden - 70 Gulden jährlichen Zinses) die im Jahre 1583 ihm durch Egenolf IV. von Rappoltstein verkaufte Thumc-nau (s. d.) bei Plobsheim zurückgab. Von 1673-1789 war das Dorf in Händen der Pfalzgrafen von Birkenfeld-Zweibrücken. - 1653 waren in Th nur 16 rappoltsteinischc Unterthanen; die übrigen Einwohner gehörten Wilhelm von Walbach. Nachdem das Dorf an die Herrschaft Rappoltstein heimgefallen war. musste die ganze Gemeinde dem damaligen Oberherrn Egenolf IV. von Rappoltstein schwören: 1776 betrug die Gesammtzahl der Einheimischen 362 Köpfe. 1762 wurde fünf Einwohnern von der Herrschaft gestattet Potasche in ihren eigenen Häusern zu sieden; 1778 waren 14 Po-taschsieder in Th. - A m 7. April 177b erhielten die Besitzer des Bergheimer Steinkohlenwerks die Erlaubniss im Thannenkircher Bann nach Steinkohlen zu graben. (Schon 1473 war dort eine Kohlengrube in Betrieb gewesen, i - Pfarrkirche. Ecclesia Tannenkilch 1441. Die Pfarrei gehörte bis zum Konkordat von 1801 zum Landkapitel Ultra Colles Ottonis des Bisthums Basel. Sie war Filiale der Bergheimer Kirche, deren Kirchherr, Friedrich von Usenherg, 1343 den Brüdern Johannes und Jakob von Rathsamhausen das Recht einräumte, die von ihnen gestiftete St. Katharinenkirche ohne Beeinträchtigung des Leutpriesters zu Th. < zu leihen, zu besetzen und zu entsetzen »; doch scheint dieses Recht wenig oder gar nicht aus- |