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Show 998 Schirmeck G e m e i n d e w a I d (Oberförsterei Schirmeck i 717,2 ha. 310-820 m über dem Meere. Vogesensandstein, Grauwacke kornig. schieferartig und basaltartig. A m verbreitetsten ist die Grauwacke, welche den Namen Eurit führt. Braun-und Rotheisenstein, Kalkstein und alte Marmorgruben, iTanne, Buche. Fichte, Eiche, Lärche, Kiefer, Schwarzkiefer, W e y mouthskiefer. Nach einer Urkunde aus dem Jahre 1545 gehörte der Wald schon damals der Stadt Seh. Ein Theil desselben, der sogenannte Bischofswald, wurde im Jahre 1601 gegen den Bannwald dem Bischof von Strassburg überlassen, welch' letzterer dann auf Eisenerze graben liess. Die Sache scheint aber wenig einträglich gewesen zu sein und der Wald wurde vernachlässigt und ohne Aufsicht gelassen, was die Bewohner von Seh. veranlasste, dort wieder Holz zu holen. Sie scheinen sich im Rechte geglaubt zu haben, denn erst ein Prozess aus dem Jahre 1650 sprach den Wald dem Bisthum zu. Zugleich schwebte ein Prozess zwischen der Gde. Seh. einerseits und den Gden. Grendelbruch, Natzweiler, Russ und Barenbach andererseits über den Besitz a m Bann-wald. welcher damit endete, dass der Bannwald der Gde. Seh. zugesprochen wurde. Während der französischen Revolution bekam Seh. den Bischofswald gegen den Bannwald zurück, war aber damit nicht zufrieden und strengte einen Prozess gegen die obengenannten 4 Gden. an, welchen die Stadt aber verlor. Der Waldbesitz der Gde. Seh. hat sich daher gegen den Besitz im Jahre 1545 nicht geändert. Heller, Seh. u. Umgegend. Spez.-Karle z. Gebr. der Touristen. 1 : 4000(1. Strassb., Trübner 1879. S c h i r m e c k , bischöflich-strassburgisches A m t . Umfasste die Orte Schirmeck <mit Schloss Schirmeck und dem Dorfe Wackenbachi, Barenbach (mit einem Theil des Weilers Steinbach i, Dinsheim, Grendelbruch, Heiligenberg, Lützelhausen (mit dem Weiler Netzenbach), Mutzig (mit dem Weiler Hermolsheim), Natzweiler, Niederhas'ach, Oberhaslach (mit Gensburg), Oberottrott (mit dem Kloster Odilienberg und den Burgruinen Hagelschloss und Dreistein), Russ (mit dem Dorfe Schwartzbach und einem Theil des Weilers Steinbach), Still imil Münchhof), Urmatt und Wisch (mit dem Dorfe Hersbach); dazu die Burgen Hohenstein, Nideck, Ringelsburg (Ringelstein), sowie die verschwundenen Orte Muckenbach, Rotahe, Schönenbrucb, Störenbach (Storbach), Sundebruch, Ueberechlingen, Siebenbueh und Schotten. Dieses fast das gesammte Breuschthal umfassende A m t ist zu verschiedenen Zeiten in den Besitz des Bisthums gelangt. Der älteste Theil desselben, das nördlich der Breusch gelegene Gebiet mit den Orten Lützelhausen, Urmatt, Siebenbuch, Schotten. Gensburg, Ober- und Niederhaslach, Still Heiligenberg, Schönenbruch, Sundebruch und Ueberechlingen war schon seit der Merowingerzeit bischöflich (Bestätigungsurkunde Karls des Grossen von 773 und Ludwigs des Frommen von 816). Später, jedenfalls nach 1059 und vielleicht mit den Erwerbungen aus dem Dagsburger Nachlass (1225), ist Seh. mit den Dörfern Wisch, Hersbach. Störenbach und W a ckenbach hinzugekommen. Aus derselben Erbschaft, u m die das Bisthum in langem Streit mit den Grafen von Leiningen und Plirt, sowie den hohenstaulischen Kaisern lag, rührt dann wohl auch der Besitz des südlichen Breuschthalgebietes mit Rotahe, Barenbach, Steinhach, Muckenbach, Russ, Schwartzbach und Grendelbruch her, als Pertinenz des Sehk'sses Girbaden. Das Amt war eingetheilt in 5 Schult-heissenämter (Gerichte oder Stäbe): Schirmeck, Russ, Wisch, Haslach und Still. Erst als seit dem Anfang des 18. Jhdts. die Schultheissenämtcr käuflich wurden, vergrösserte man die Zahl derselben, so dass u m 1780 fast jeder Ort seinen eigenen Schultheissen hatte. Die Schultheissenämtcr Still (mit Dinsheim und Heiligenberg) und Haslach imit Ober-und Niederhaslach, Urmatt und Lützelhausen) bildeten in alter Zeit einen besonderen Bezirk, den man bis ins 17. Jhdt. hinein ; mtlich die Vogtei Ochsenstein nannte. Ueber dieses älteste Gebiet des Bisthums im Breuschthal besassen nämlich die Herren von Ochsenstein die Vogtei seit etwa dem 12. oder 13. Jhdt. als bischöfliches Lehen. Das Hauptgericht des Bezirks befand sich auf dem Freihof zu Niederhaslach (Weisthum von 1384). Die Ochsenstein haben später die Vogtei verpfändet, zuletzt zu zwei Drittel an die von Landsberg, von denen sie das Bisthum 1526 - 28 wieder einlöste ; ein Drittel ging heim Aussterben der Ochsenstein 14*5) an die Grafen von Bit*ch-Zwcibrücken durch Erbgang über, welche 1510 die Pfaffenlapp zum Still damit belehnten. Auch dieses Drittel kam (bis 1667) wieder ans Bisthum zurück. - Vergl. Wernert, Der angebliche freie Sitz der Ochsenstein im Breuschthale, Molsheim 1887. - Fast das ganze A m t Seh., mit alleiniger Ausnahme von Mutzig, Ottrott und den Burgen des Breuschthales, wurde 1366 von Bischof Johann dem Grafen von Salm für 12000 Gulden verpfändet. Dieser verpfändete es 1373 an den Dompropst Johann von Ochsenstein, den Ritter Claus Grostein und den Edelknecht Claus Dutschmann von Strassburg, blieb jedoch zunächst noch immer Herr eines Viertels. Ueber 100 Jahre nun wechselte das A m t sehr häutig seine Pfandherren, von denen jeder immer nur einen Theil besass. 1405 erscheinen die Hohenstein (ein Viertel), Zur Mägde (ein Viertel) und Dutschmann (die Hälfte) als Gemeinherren, 1147 die Landsberg, Hohenstein, Puller von Hohenburg, Wangen, Dutschmann und Zorn zum Ried. 1464 ging ein Antheil, den die Rentingen erworben hatten, an die Lichtenberg über, 1466 der Theil der Zorn an die Rathsamhausen. Weitere Theilhaber waren 1464 die Ellenhart, 14*1 die Jörger (Nachfolger der Hohenstein). 1494 die Münsterfabrik zu Strassburg, 1502 die Landsberg. In den Jahren 1503-1510 wurde dann die ganze Pfandschaft vom Bischof wieder eingelöst, zu einem Amte Seh. gemacht (vor der Verpfändung hatte das Breuschthal mit dem späteren Amte Dachstein den Distrikt Molsheim gebildet' und blieb von nun ab (nachdem bald darauf auch die Vogtei Ochsenstein eingelöst war) bis zur Revolution im unmittelbaren Besitz des Bisthums. - Kirchlich unterstand das A m t Seh. den Landkapiteln Molsheim (ursprünglich Biblenheim) und Oberehnheim (ursprünglich Bruderberg), deren Grenze die Breusch bildete. Die beiden Kirchen auf dem südlichen (ursprünglich Egisheim-Dagsburgen Gebiet wurden von den Grafen von Egisheim, ihren Gründern, dem Kloster Altdorf, das sie gestiftet hatten geschenkt, während die Kirchen nördlich der Breusch, Lützelhausen und Still, von den Merowingern der von ihnen gegründeten Abtei Haslach unterstellt wurden. - Im Amt Seh. gelegene anderweitig verliehene bischöfliche Lehen waren die Burg Girbaden (s. d.) mit Mollkirch und Laubenheim, sowie das Dorf Mühlbach. S c h i r m e c k , Kanton. (Kr. Molsheim, U.-E.), umfasst die «.den. Barenbach*, Bellefosse, Belmont, Bliensbach, Fouday (Urbach), Grandfontaine*, Natzweiler*, Neuweiler*, Rothau*, Russ*. Schirmeck*, Solbach, Vorbruck* (La Broque), Waldersbach*, Wildersbach*, Wisch* und enthält auf 167,5263 qkm 2538 bewohnte Häuser etc. mit 13009 Einwohnern. Der Ka. Seh. wurde im Okt. 1801 als Theil des Arrondissement St. Die im Vogesendepartement gebildet und erhielt ausser den oben mit Sternchen bezeichneten Gden. noch Allarmont, Luvigny, Raon-sur-Plaine und Ve-xaincourt. Diese letzten 4 hatten vorher zum Ka. Allarmont gehört, von den anderen zählten Grandfontaine und Vorbruck vorher zum Ka. Vorbruck, die übrigen zum Ka. Rothau. Später gingen Allarmont, Luvigny und Vexain-court in den Ka. Raon-1'Etape über und blieben 1871 französisch. Die übrigen Gden. verblieben im Ka. Seh. und gingen 1871 an Deutschland über. (Der Ka. wurde dem Kr. Molsheim zugetheilt.) Doch wurde 1872 auf Grund des Artikels 10 der Zusätzlichen Uebereinkunft vom 12. Okt. 1871 zu dem Friedensvertrage zwischen Frankreich und Deutschland Raon-sur-Plaine bis auf einige Theile ,seines Gebietes Waldungen), welche 1873 dem Ka. Seh. zugewiesen und |