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Show St. Amarin. ' . - , ' i (8,8 . Bhf. St. A. (0,4). - D o r o a n g u s 7. Jhdt.; de sancto A m a r i n o 1135. - Die Gde. umfasst den H O . St. A. (1904 E. 248 Hsr ) und die A O . Breuil, Füstelhäuser, Hintervogelbach, Hirschenbach, Höhe. Kreuzmatt, Merbächle, oherallmend (das früher als A O . bezeichnete Kattenbach zählt jetzt /um HO.); ferner den unbew. 0. Friedburg (Ru.) und die verschw, O. Kreuzkapelle, St. Marxkapelle und Vogelbach. - P. III. Kl T. Oeff. Fernsprechstelle. Bhf. (s. lSb3). AG., umfasst den Ka. St. A. Notar. Gerichtsvollz. Ortseinn. VerkehrsStA. StEBez. für die Gden. Altenbach, Geishausen, Goldbach, Hüsseren-Wesserling.Mälmerspach, Mitzach, Mollau, Moosch, Ranspach, St. A. Regenstat. 406 m . Kantonalarzt. Apoth. Sparkasse s. 1894 Verbds.-Fw. is. 1889, 2 spritzen . Turnv. Olympia (s. ISS9). - Kath. Pfarrei 11. Kl., Sitz des Dekanates (s. 1*02', umfassend die Pfarrei St. A. und die Hilfspfarreien Felleringen, Geishausen, Goldbach, Hüsseren- Wesserling, Krüt, Mollau, Moosch, Odern, Ranspach. Urbis, Wildenstein. Schutzheiliger der Pfarrei der hl. Martin 11. Nov.). Filialen: Malmerspach (s. 1802), früherauch Ranspach, das 1849, Moosch, das 1*55, Geishausen, da- 1859, und Mitzach, das 1899 selbständige Pfarrei wurde. - Sekti.m des Vog.-Cl. (s. 1883 . Elsässischc Briefcouvcrtfabrik Lcloup & Vuillard mit Dampfbetrieb. 1872 unter der Firma Gebr. Vuillard gegründet. Die jetzige Firma besteht seit 1896. 33 Arbeiter. Jahresproduktion 10000000 Couverts FloretspinnereiGenthe-Bachof. Die Spinnerei ist erbaut von Schreiner. Die Fabrik ist 1888 an die obige Firma übergegangen. 1600 Spinnspindeln, 970 Zwirnspindeln. 50 Arbeiter, 7o Pferdekräfte, davon bis zu 25 Wasserpferdekräfte, 2 Sägemühlen mit Dampfkraft. Sagemühle mit Wasserkraft. Buch- und Steindruckerei mit Dampfkraft. Buchhandlung. - Lagerhalle des landwirtschaftlichen Kreisvereins Thann. - Ausserhalb des Ortes ein Steinbruch. Hauptort des oberen Thurthales, das nach ihm St. A m a - rinthal benannt ist. Dasselbe bildete ehemals eine Vogtei (Amt' der Reichs-Abtei M u r b a c h und umfasste ausser St. A. mit der Burg Friedburg die Ortschaften Altenbach, Bitsch-weiler, Felleringen, Geishausen, Goldbach, Hüsseren-Wes-serling, Krüt, Malmerspach, Mitzach, Mollau, Moosch. Moosch-bach, Neuhausen, Odern, Ranspach, Storkensauen, Urbis, Hintervogelbach, Weiler und Werschholz. Nach der Einrichtung der französischen Intendanz gehörte St. A. zum Amte Gebweiler. Begütert in St. A. waren das Kloster Murbach, das Stift St. A. und die Antoniter in Isenheim. - Nach der ursprünglich Doroangus genannten Siedelung wurde im 8. Jhdt. ein Theil der Gebeine des Märtyrers Amarinus gebracht, und das a m Vogelbach zu seinen und des hl. Praeiectus Ehren errichtete Kirchlein und Kloster ad sanetum Amarinum gaben dem Ort und Thal den Namen. In den Besitz der Abtei Murbach gelangte das Thal «von der spitz» bei Thann &bis zur steige» hinter Urbis mit dem Zolle durch eine Schenkung Karls des Grossen. Die Vogtei in demselben besassen im 12. und 13. Jhdt. die Grafen von Habsburg; welche sie den Edlen von Horburg als Afterlehen gaben. Durch Verträge von 1244, 1253 und 1259 kaufte sie die Abtei zurück; 112*-145* war sie an Heinrich von Ludishofen verpfändet. - U m die Burg Friedburg bildete sich im Laufe der Zeit die Stadt St. A. Sie besass das Asylrecht und erhielt 1480 von Kaiser Friedrich III. das Recht eines Jahr- und eines Wochenmarktes. 1495 gestattete Kaiser Maximilian die Erhöhung des Zolles und Wegrechtes. An der Spitze der ursprünglich eine einzige Gemeinde bildenden Thalbewohnerschaft standen der vom Abte ernannte Schultheiss und 7 Schöffen, später der Vogt, 10 Räthe und aus jedem Flecken des Thaies 2 «Ausschuss» oder Bürgermeister, ferner der Baumeister, der Meier im oberen Thal, der Stadtschreiber, der Zöllner. - Die Bewohner des in der Stadt gelegenen murbachischen Dinghofes, welcher die Höfe Ranspach, Moosch, Geishausen, Malmerspach, Mollau, Hüs-j seren, Weiler und Bitschweiler umfasste, hatten ihren Zins dem Vogte auf da- -sehless zu liefern. Murbachische Lehens-träger waren die Altenach, st A., Hack von Schweighausen, Hattstadt, Landsberg, Lupfried, Münch \ "ii Wildsberg, Munhart, Neuenstein, Reitenau, Schauenburg, Stör, Waldner, Wattweiler u. a. - St. A. wurde 1376 durch die Engländer, ll()4 durch die Schinder verwüstet. 1525 liess der Burgvogt Heinrich Collin die aufständischen Bauern in die Stadt und j beschwor runter der linden vor dem thor» deren Artikel. 1550 zählte die Gemeinde 28 Herdstätten. 1574 wurde der I Versuch gemacht, Holz die Thur abwärts nach Ensisheim '• zu Hessen Aus dem Jahre 1596 werden Hexenverbrennungen erwähnt. Im 17. Jhdt. gerieth St. A. wiederholt mit fremden Heeren in Berührung: 1604 durchzogen Spanier die Stadt, lb29 Croaten. A m 28. Mai 1633 nahm Rheingraf Johann Philipp Burg und Stadt und steckte sie in Brand im Okt. desselben Jahres weilten die Kaiserliehen im Thale, das lb34 von den Franzosen mit schwel en Schätzungen belegt wurde. 1650 zählte das ganze Thal kaum 100 Männer, St. A. und Vogelbach nur 13 Bürger und 44 Kinder. Auch der Vieh-stand war äusserst gering: es gab im Thale 210 Rinder und 14 Pferde. 1665 waren im oberen Thale 3* Unterthanen, im Unterthale 127 vorhanden, lb03 im ganzen Thale 3180 Seelen. b>7". hatten die Kaiserlichen von Neuem die Stadt besetzt. 177* wurde das Beholzungs- und Weiderecht zwischen Abt und Unterthanen getheilt. 1789, im Juli, nach der Zerstörung der Bastille, empörten sich die Bauern des Thaies, zerstörten die Häuser der murbachischen Beamten und zogen gegen Murbach und Gebweiler. - Das von Murbach aus an der vor den Mauern von St. A. gelegenen Kirche des hl. Praeiectus und Amarinus gegründete Stift wurde durch den Vertrag von 1216 auf 12 Kanoniker eingerichtet und mit Höfen und Patronaten ausgestattet. Die klösterliche Zucht Hess indessen bald nach. 1236 wurde die baufällige Kirche erneuert und durch Abt Berthold (f 1328) durch die Johan-nisKapelle a m Chore erweitert. Das Stift wurde 137b durch die Engländer fast völlig zerstört und 1441 nach Thann verlegt. Das Patronat der Kirche kam 1657 wieder an Murbach; 1693 war die Kirche zerfallen. - Die Pfarrkirche zum hl. Martin mach 1777 vorübergehend zum hl. Amarin) wird bereits 121b erwähnt: Albero war damals Leutpriester. 1504 wurde sie dem Tische der Conventualen in Murbach einverleibt, 1756-58 neu erbaut. Zu ihr gehörten als Filialen : Altenbach, Geishausen, Malmerspach, Moosch, Mooschbach und Werschholz. Sie unterstand dem Landkapitel Masmünster des Bisthums Basel. Den Kirchensatz hatte der Abt von Murbach. Unter der Obhut der Martinskirche standen die Kreuzkapelle (1480 . die Kapelle zum hl. Wolfgang mit einer Heilciuelle hinter dem Altar (nach der französischen Revolution verschwunden; sie befand sich einige Schritte vor der Stadt, im NO., da wo jetzt der Gottesacker ist), die Burgkapelle, in welcher 1280 und 1427 Altäre geweiht wurden (zugleich mit der Friedburg [s. d] verschwunden), die St. j Marxkapellc im Amarinthale, welche 1342 von dem Sänger | Nikolaus beschenkt, 145b mit dem Johannes-und Nikolausaltar in der Stiftskirche zu einer Priesterpfründe vereinigt wurde. - Das Spital wurde am Ende des 12. Jhdts. von Abt Sim-bert II. für arme Pilger errichtet, 1343 durch Andreas Murn-hart, Bruder des Abtes Konrad, mit Kapelle und Priesterpfründe ausgestattet und 1604 durch Abt Georg von Kalken-ried mit der Benediktusstiftung begabt. Nach der Zerstörung durch die Schweden wieder hergestellt, wurden 1711 die Gebäude verkauft. - Aus dem Geschlechte derer von St. A. werden erwähnt: Gerhart de St. A. 1104, Burkart 1104, Johann Nordwind 1416 (f 1425). - St. A. liegt an einem Keltenwege, der von Witteisheim über Sennheim und Thann nach Bus-sang u. s. w. zieht. Eine Anzahl dort gefundener römischer Münzen, meist Galliemis, sind im Museum zu Colmar. - St. A. (oder vielleicht auch Altenbach bei St. A.) ist der Geburtsort der Katharina Huebscher, der Frau des Marschalls |