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Show 1144 Varsberg. G e m e i n d e w a l d i Oherförsterei Bolchen) 126,6 ha. (Laubholz-Mittelwald.) Im Besitz der Gde. schon vor dem Jahre 17ä3. Kraus, F. X., Reliquiar aus Warsberg. (Jb. d. Ges. f. lothr. Gesch. 1, 1888-89, S. 257-260.) Paulus, E., Notice sur un petit reliquiaire en £mail champ-leve du XTIe s. provenant de W . (Ebd. S. 260-266). V a r s b e r g , Schi. u. Hf. (Gde. Harn unter Varsberg, Ka. u. Kr. Bolchen, L.). 15 E. 3 Hsr. - Varnesperch 1302. - S. Varsberg, Herrschaft. V a r s b e r g , Lehensherrschaft. Der grosse Forst W a rent, der zwischen Berus im Norden, Wadgassen und Saarbrücken im Osten, Forbach und St. Avold im Süden und dem Thale der Nied im Westen lag, scheint alter königlicher Bannforst und Grenzforst zwischen den umliegenden Gebieten gewesen zu sein. Das Bisthum Metz scheint den Warentwald mit der Burg Saarbrücken schon im 10. Jhdt. vom Reiche zu Lehen erhalten zu haben; doch bezieht sich eine angebliche Bestätigung durch Kaiser Heinrich Li 931) nicht auf Saarbrücken, sondern auf Saarburg in Lothringen. Das Lehen wurde 1009 dem Bisthum entzogen. 1046 erhielt das Bisthum die Stadt, 1064 die Burg Saarbrücken und, wie es scheint, auch den Warentforst als Lehen vom Reiche. Kaiser Heinrich IV. hat 1080 die villa Wadgassen mit den dazu gehörigen Forsten und Jagden dem Grafen Sigbert von Saarbrücken geschenkt; dort wurde 1135 durch Gisela, Wittwe des Grafen Sigbert von Saarbrücken, die Prämonstratenser-Abtei Wadgassen gegründet. Noch 1187 urkundete im Warentforste Kaiser Friedrich I. über einen Vergleich zwischen der Abtei Remircmont und dem Herzoge von Lothringen (datum in silva de Warant). Das Geleitrecht durch den Warentwald auf der Strasse von Metz nach Saarbrücken, welche bei Varsberg die Strasse von «Flandern nach Lamparten» kreuzte, wird noch 1354 als Reichslehen bezeichnet; noch 1458 entschied der Domprobst zu Trier, Philipp von Sierck, mit dem Markgrafen Karl von Baden, von Reichs wegen einen Streit über den Zoll, welchen die Kaufleute von Metz, die durch den Warent nach Saarbrücken zogen, zu entrichten hatten. Wie das Bisthum Metz und die Abtei Wadgassen, so haben auch die Abteien Busendorf (durch die Stifter, die Grafen von Elsass), St. Avold und Longeville, deren Gebiete an den Forst stiessen, Rechte daran erworben. Vögte von Busendorf waren die Herzoge von Lothringen, Vögte von Wadgassen, zugleich als Lehensträger des Bisthums Metz für die Abtei von St. Avold und für die Rechte des Bisthums Metz am Warentwalde, waren die Grafen von Saarbrücken. Die Vogtei von Longeville hatte das Bisthum Metz bis ins 16. Jhdt., für Varsberg scheint die Vogtei schon 1435 oder früher an Lothringen übergegangen zu sein. Zoll und Geleit imWarent hatten für ihre Gebiete Lothringen, Saarbrücken und Zweibrücken- Bitsch (eine Nebenlinie von Saarbrücken) als Lehen vom Reiche. Der Warent dagegen war Lehen von Metz, Afterlehen des Reichs, wie noch 1651 von Reichs wegen bestätigt wurde, während die Burg Varsberg von Anbeginn Lehen von Lothringen gewesen zu sein scheint. Aus dieser Grundlage sind wohl die späteren Geschicke der Herrschaft Varsberg zu erklären, deren Sitz, Burg Varsberg im Warentwalde, auf dem Gebiete der Abtei Longeville stand, deren Vögte die Herzoge von Lothringen waren. Unsicher sind die Lehensverhältnisse der Burg V. Die Herren von V. haben 1681 vor der Reunionskammer von Metz erklärt, dass ihre Vorfahren die Burg V. mit Falk, Gertingen und Harn als freies Allod besassen; doch stehen einerseits dieser Behauptung zahlreiche Beurkundungen der früheren Lehensrührigkeit der Burg V. und der vorgenannten Orte von Lothringen gegenüber und anderseits war im 18. Jhdt. in der reichsritterschaftlichen Matrikel des Oberrheinischen Kreises Kanton am oberen Rheinstrom) wohl die Burg V. eingetragen, aber keine der dazu gehörigen, längst unter lothringischer Hoheit stehenden Ort- I Schäften. Es wird zu unterscheiden sein zwischen Alt-Vars- I berg und der 1262 zuerst erwähnten Burg Neu-Varsberg. Alt-Varsberg war noch Lehen des 1233 ohne männliche Erben verstorbenen Grafen Simon III. von Saarbrücken und rührte vom Bisthum Metz. Neu-Varsberg dagegen war schon bei seiner Entstehung Lehen von Lothringen; 124b belehnte Herzog Matthieu den Schwiegersohn des Grafen Si-mon. Graf Hugo von Lützelstein.mit Gertingen und dem Forste, wie es Simon von Saarbrücken zu Lehen getragen hatte. Die Grafen von Lützelstein haben dieses Lehen 1342 an Johann von Hamberg zu V. verkauft. 1258 überliess Graf Heinrich von Zweibrücken aus dem Hause Saarbrücken. Neffe Si-j mons III. von Saarbrücken, dem herzoglichen Bailly von Deutsch-Lothringen, Johann von V., die Burg V. und den ! Forst unter Verzicht auf den Lehensverband, das Ocffnungs- | recht sich vorbehaltend; gleichzeitig nahm mit Zustimmung ' des Grafen von Zweibrücken Johann von V. die neue Burg, die er bei V. erbaute (le neufchatel de V.), von Lothringen zu Lehen, von dem er überdies den Besitz von Teterchen Falk, und Kürzel auf Lebenszeit (also als Amtsgut) zu Lehen erhielt. 1283 erwarb Lothringen durch Tausch von Boe'mund von Saarbrücken, einem Burgmann von Saarbrücken, dessen Rechte in V. und in Harn, das Johann von V. seit 1268 von Gräfin Lauretta von Saarbrücken als Burglehen für Neu- Varsberg trug; auch diese Erwerbungen erhielt Johann von V. 1284 von Lothringen auf Lebenszeit zu Lehen. Lothringen hat demnach zwischen 1262 und 1284 die Rechte von Saarbrücken und Zweibrücken an Alt- und an Neu-Varsberg erworben und dem Johann von V. als Amtslehen übertragen; nach dessen Tod ist eine Ausscheidung der Lehen und des Amtsgutes erfolgt, wobei (1285) der Herzog erklärte, dass er keinen Anspruch habe auf die V.'schen Rechte und Güter in Beringen, Bisten, Buschborn, Dentingen, Mommersdorf, Ober- und Niederwiese. Es sind dies die früher mit Alt- Varsberg verbundenen Vogteilehen von St. Avold. Johann von V. starb kinderlos (1284); von seinen Neffen erbten Boemund von Saarbrücken, Ahnherr des Hauses Dagstuhl. und Godel-mann von Dorsweiler, Ahnherr des Hauses Kriechingen, die Vogteiherrschaft Buschborn, an welcher den Gemeinherren von Dagstuhl und dem Grafen von Kriechingen noch 1789 Rechte zustanden. Neu-Varsberg wurde damals von Lothringen eingezogen, das sich mit der Wittwe des Johann von V. und mit Boemund von Saarbrücken zu Dagstuhl abfand. Die Burg Alt-Varsberg scheint mit Neu-Varsberg vereinigt geblieben zu sein; die Grafen Eberhard und Walram von Zweibrücken, auf welches Haus die Rechte von Saarbrücken (s. oben) übergegangen waren, haben 12S6 ihre Zustimmung dazu gegeben, dass Dietrich von V., Herr von Mengen, Lehnsmann von Lothringen für V. werde; doch scheinen die Grafen von Zweibrücken damals auf die von Saarbrücken rührenden Rechte nicht verzichtet zu haben, denn 1334 verpfändete Graf Walram von Zweibrücken dem Simon von Commercy seinen Antheil an V. iAlt-Varsberg). Dietrich von V. trug dem Herzoge 1295 auch sein freies Allod Har-garten zu Lehen auf, das 1314 als Lehen der Herren von Bolchen erwähnt wird. - Herzog Ferry III. von Lothringen hat die neu gebildete Domäne Neu-Varsberg 1303 seinem Enkel Matthieu mit der Domäne Dalem u. s. w. als Aus- I stattung überlassen; die schon früher als Lehenserben des Dietrich von V. (als Neffen.) designirten Brüder Johann und Robert von Mengen erhielten 1329 die Anwartschaft und bald darauf die Belchnung selbst. Später war die Herrschaft V. Ganerbschaft im Besitze blutsverwandter Geschlechter. So schlössen 1355 einen Burgfrieden für V. die 3 Brüder Hugelmann, Friedrich und Jakob von Finstingen, Söhne des Hugelmann und der Johanna von V., Johann von Forbach, Gemahl der Johanna von V.-Rollingen mit seinem Sohne Isembart, und die ebenfalls durch Frauen mit V. verwandten Johann von Chambley, Jakob von Rollingen, Dietrich von I Kerpen und Johann von Sierck. Die Antheile von Finstingen |