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Show 117b Wallerfangen - Wallingen. (Eichen, Buchen, Hainbuchen-Mittelwald.) Alter Besitz der Gde. Wallerfangen (Vaudre vange, auch Wald erfangen, Valdrevange), bei Saarlouis im Reg.-Bez. Trier gelegen, war der Sitz des alten herzoglich lothringischen Bailliage d'Allemagne (s. Deutsch-Lothringen) ; der frühere Sitz scheint die Burg Berus gewesen zu sein, so z. B. noch 1370. Frankreich hat während der zweiten Besetzung von Lothringen (1670-lb97) W . zur Herstellung eines festen Platzes bestimmt und den Ort abgetragen, 1680 mit dem Baue der Festung Saarlouis begonnen, lb83 durch dieReunions-kammer (Beschluss vom 10. Sept.) das ganze Bailliage d'Allemagne mit Frankreich reunirt und durch Edikt vom Febr. 1685 das Bailliage d'Allemagne aufgelöst und in Saarlouis ein königliches Bailliage mit den Befugnissen eines Siege Präsidial errichtet. Nach dem Frieden von Ryswyk blieb Frankreich im Besitze von Saarlouis, wozu noch die Neusiedlung Beaumarais, dann Ensdorf, Fraulautern, Lisdorf, Roden, ein Rest von Wallerfangen und Saarlouis gerechnet wurden, sämmtlich 1815 an Preussen abgetreten. Lothringen verlegte 1698 den Sitz des Bailliage d'Allemagne nach Saargemünd, 1751 wurde das Bailliage d'Allemagne aufgelöst und es sind daraus mehrere kleinere Bailliages gebildet worden, unter welchen Dieuze 1772 die Befugnisse eines Presidiel erhielt. Den Namen W . behielt das 1698aus den lothringisch gebliebenen Dörfern der Kastellanei Berus mit dem Sitze in Berus gebildete Amt (Bailliage) zunächst bei. Zur Prevöte Wallerfangen oder Berus gehörten bis 1706 im heutigen Bezirke Lothringen : 1. Anzelingen mit Edlingen, 2. Ber-weiler, 3. Brettnach, 4. Busendorf. 5. Gerstiingen mit Nied-wellingen, 6. Heiningen mit Dorf Schrecklingen, 7. Kreuzwald, 8. Merten, 9. Oberdorf, 10. Reimeringen, 11. Rothendorf, 12. Tromborn, 13. Wallerchen, 14. Willingen, 15. Wölflingen. 170b wurde der Sitz des Amtes nach Busendorf verlegt und damit auch die lb98 provisorisch gebildete PreA-öt6 Freisdorf vereinigt (s. d.); seitdem wurde das Amt als Prevöte' Busendorf (Bouzonville) bezeichnet. Diese wurde 1751 zu einem Bailliage erweitert, das durch Edikt vom Juni 1772 dem Siege Präsidial zu Metz unterstellt wurde (s. Busendorf). [dPr.] 'Walleringen, Df. (Ka. Grosstänchen [1790-1802 Ka. M.O-chingen], Kr. Forbach, L.). 374 E. Sb Hsr. (10 GRe.) - 260 m. - AG. Grosstänchen (7,2); Bhf. Mörchingen (4,0). - Wallerange 1472; Wallering 150b; Walle ränge 18b9. - Die Gde. umfasst den HO. W . (367 E. 85 Hsr.) und den AO. Walleringer Mühle. Hatte 1813-33 Harprich (vor- und nachher selbstdg.) als AO. - StEBez. Mörchingen. - Kath. Hilfspfarrei des Archipr. Mörchingen (s. 1858, vorher Annexe der Pfarrei Wintringen [Berg]). Kirche der hl.Gertrud (17. März). Wallfahrtskirche Maria in Ruh, nördl. vom Ort. W. gehörte zu dem Bailliage Dieuze und war als Lehen Bestandteil der H e r r seh af t Diedersdorf [Thi-court]. Es scheint alter Besitz der Abtei Neuweiler im Elsass gewesen zu sein. Die Finstingen, welche in Lothringen Vögte der Abtei waren, scheinen sich des Besitzes bemächtigt zu haben. 1461 erwarben sie von der Abtei die dortigen Zehnten und die ihr noch gebliebenen Güter dazu. 1472 reversirte Fernand von Neufchatel an Lothringen, als Erbe von Finstingen, für Vallerange, was die Herren von Croy-Havre, als Erben von Neufchatel, noch 1734 thaten. Die 1471 erworbenen Zehnten und Güter wurden 1475 an das Collegiat-Slift Finstingen überlassen, nach Aufhebung desselben an den Pfarrer von Lohr. - W . war bis 1858 Annexe der Pfarrei Berg. Kirche 1774 erbaut. Die Wallfahrtskirche Maria in Ruh, nördlich vom Orte, ist seiner Zeit wegen Krankheiten errichtet und 1855 auf Kosten der Bürger von W . umgebaut und vergrössert worden. Gemeinde wald (Oberförsterei Falkenberg) 40.9 ha. Walleringerbach s. Albe 3. Walleringer Mühle, Hf. u. M (Gde. Walleringen, Ka. Grosstänchen, Kr. Forbach, L.). 7 E. 1 Hs. Soll gleichen I Alters mit Walleringen selbst sein. Die Mühle ist zur Zeit ' ausser Betrieb. Walleringerweiher, im Saargebiet (241,8 m über ; dem Meere), 0,7 km südöstl. Walleringen und 1,2 km nordwestl. Bermeringen - 55 ha. Karpfen-Fischerei. Wird regelmässig abgelassen und bebaut. Privatbesitz. Abfls. s. Albe 3. Wallersberg, Df. (Ka. Falkenberg [1790 KHO.. 1795 : bis 1*02 Ka. Herlingen], Kr. Bolchen, L.). 489 E. 137 Hsr (10 GRe.) - 245 m. - AG. Falkenberg (13.9); Bhf. Baudre-court (1.8). - Walterii mons 12. Jhdt.; Wattiemont 1230; Wattermunt 1240; Vuiltersperg 1441; Vati-mont 1869. - Im Gebiete der Gde. lag der verschw. O. Redigny.- Notar. Ortseinn. StEBez. Falkenberg I. - Kath. Hilfspfarrei des Archipr. Falkenberg (s. 1802), zu der auch Han a. d. Nied und der Wir. Aubecourt der Gde. Remilly gehören. Kirche des hl. Martin (11. Nov.). Die Protestanten gehören zur Pfarrei Augsb. Konf. in St. Avold. - Geschäftssprache französisch. - 2 Käsefabriken (9 Arbeiter). Das Dorf war noch 1634 zwischen Lothringen und dem Bisthum Metz getheilt und in fünf gesonderte Banne mit ganzer Gerichtsbarkeit geschieden : Ban l'Alloeuf u. Ban de Giroue waren bischöflich und ehemals Bestandteil der Kastellanei Remilly. Der Ban l'Alloeuf, alter Besitz der Abtei St. Arnulf bei Metz, war zu Gunsten der Herren von Bacourt, dann Craincourt-Vatimont zur Vogtei-Herr-schaft vergeben worden. Die Abtei hatte dort 1681 nur noch die Grundherrlichkeit. Der Ban de Giroue war noch 1634 Lehen der Kastellanei Remilly. Der lothringische Theil bestand aus dem G r and-B an, Ban de Redigny und Ban du Chäteau. Er scheint durch Lehensauftragung an Lothringen gekommen zu sein, wie so manche andere Besitzung der Herren von Chambley, welche dort im 13. Jhdt. Lehensträger des Bisthums Metz gewesen zu sein scheinen. Die ganze Herrschaft wird im 18. Jhdt. als Lehen von Lothringen im Bailliage Chäteau-Salins erwähnt. - 1240 wird dort ein Burg-Lehen der Herren von Finstingen-Falkenberg erwähnt, das von den Edlen von Bechy getragen war, als Nachfolger der Herren von Bolchen. Später (im 14. und 15. Jhdt.) erscheinen die von Vatimont, dann Craincourt- Vatimont und zwar als Lehensleute der von Bacourt. Für das feste Haus wurde schon 144b-1476 an Lothringen gehuldigt. Im 17. Jhdt. war die Herrschaft im Besitze der Familien de Raigecourt, de Harraucourt, de Massy, de Fleury. - Ein Theil von W . wurde von den Michel, welche sich später von Vatimont benannten, mit dem Schlosse 1728 erworben. - W. war bis zum Konkordat Pfarrei des Archipr. Habudingen. Kirchensatz und Zehnten gehörten den Ortsherren. Wallersberg, Kanton. Der Ka. W . (1790-95), zum Distrikt Mörchingen gehörig, umfasste die Gden. Adain- | court, Aoury, Argenchen, Chanville, Han a. d. Nied, He-millv, Herlingen, Vittoncourt, Voimhaut, Wallersberg. 1795 gingen Chanville. Vittoncourt und Voimhaut in den Ka. Remilly, die andern in den Ka. Heringen über (s. d.). W a 1 le rsbe rg. H., 300,3 m (TP. bei 298,7 m), nord-östl. über dem gleichnamigen Dorf, Ka. Falkenberg, Kr. Bolchen. Wallingen. Df. (Ka. Gross-Moyeuvre [1790 Ka. Gross- Moyeuvre, 1795 KHO., 1802-1901 Ka. Diedenhofen], Kr. Die-denhofen- West, L.). Ilb2 E. 241 Hsr. (12 GRe.) - 180 m - AG. Rombach (3,1); Bhf. Rombach (2,2). - Vitreium 1050; Vitrey 1128; Vitry 1869. - Die Gde. umfasst den HO. W. (280 E. 63 Hsr.) und die AO. Bevingen unter Justberg (s. 1810, vorher selbständig), Felsenmühle (Moulin-la-Roche), Justberg (s. 1810, vorher AO. von Bevingen unter Justberg), Kluingen, Neumühle Auf dem Gebiete der Gde. lag der verschw. O. Wallingen (s. d.) dessen Namen die Gde. 1877 übernahm. - Ortseinn. StEBez. Gross-Moyeuvre. Wasserltg. (s. 1889). - Geschäftssprache französisch. - Kath. Hilfs- |