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Show 11 is Yergaville. Oberlothringen aus der Ehe mit dem Markgrafen Boni-fazius von Toskana. Die Grafen von Bar nannten sich Vicomtes de V. und Sires de Briey. Den ersteren Titel führte um 1060 Graf Dietrich von Bar, ebenso sein Sohn Reginald (t 1150). Die Nachricht, dass Bischof Adelbero I. von Metz (929-964) seinen Bruder, den Herzog Friedlich I. von Oberlothringen (959-990), mit Briey belehnt habe, ist nicht nachweisbar, überdies nicht glaubwürdig. Gottfried II, der Bärtige, Graf von V. und Herzog von Niederlothringen, hat 1052 Briey mit Stenay und Mouzon seiner Gemahlin Beatrix, Tochter Friedrichs II von Oberlothringen, als Witthum bestellt. Beatrix hinterliess Briey ihrer Tochter aus erster Ehe, Mathilde von Tuszien. 107b wurde Albert, Bruder des Bischofs Richer von V., durch Mathilde mit Briey belehnt, das nach ihrem Tode (1115) Graf Reginald von Bar (Enkel der Schwester der Beatrix, Sophie von Bar) an sich zog. Seitdem blieb Briey mit Bar vereinigt. Unsicher ist aber, ob nicht die Lehenshoheit über Briey, (vielleicht gelegentlich der über die Markgräfin Mathilde von Tuszien verhängten Reichsacht i lObb und 108b) ?i unmittelbar beim Reiche verblieben ist. Graf Heinrich von Bar hat llb3 Briey vom Pfalzgrafen Otto von Burgund, dem Sohne Kaisers Friedrich I., dann, 1178, von der Kaiserin Beatrix, Grälin und Erbin von Burgund, zu Lehen genommen. Des Pfalzgrafen Otto Schwiegersohn, Herzog Otto von Meranien, hat 1225 seine Zustimmung erklärt, als Graf Heinrich von Bar gelegentlich eines Bündnisses dem Bischöfe von Metz Briey zu Lehen aufgetragen hatte. Später ist von einem Lehensverbande von Briey mit dem Bisthum Metz oder mit Burgund nicht mehr die Rede. Es scheint demnach der Vertrag von 1225 nur für die Dauer des Bündnisses in den Fehden über die Dagsburg'sche Erbfolge geschlossen worden zu sein, während nach wie vor andere als kirchliche Beziehungen zum Bisthum Metz nicht bestanden. Es muss indessen dahingestellt bleiben, ob Briey etwa durch die Mutter der Kaiserin Beatrix, Agatha von Lothringen, welche die Schwester des Kaisers Lothar II. zur Mutter hatte, oder durch Kaiser Friedrich I. an Beatrix von Burgund gelangte. Lehensträger von Bar für Briey werden schon 1130 und noch 1245 erwähnt; damals oder bald darauf scheint Briey von Bar als Domäne eingezogen worden zu sein. Diese Domäne ist von Bar mehrfach ganz (z. B. 1320) oder stückweise, zumeist an Metzer Bürger, verpfändet worden. Die Auslösung erfolgte durch Lothringen im Laufe des 16. Jhdts. Die Grafen von V. besassen aber auch ausserhalb der Grafschaft V. bedeutende Güter innerhalb des reichs-ländischcn Gebietes, die sie theils dem Bisthum V. und den dortigen Stiften zugewendet haben (s. auch V., Bisthum), theils als Lehen weiter vergaben. Zunächst stand dem Hause V. die Hochvogtei über den Besitz der Abtei Rettel zu; Nachfolger der Grafen von V. in dieser Vogtei waren die Valcourt, dann die Sierck. Das Allod F o r b a c h, das der 996 verstorbene Graf Gottfried der Abtei St. Vitonius in V. geschenkt, die es dem Kapitel von St. Maria-Magdalena in V. 102b überliess, k a m u m 1050 wieder in den Besitz des Herzogs Gottfried des Bärtigen, der dafür auf die Hochvogtei über den Besitz des genannten Kapitels in Dieuze verzichtete. Forbach und Dieuze standen später unter lothringischer Hoheit. Zum Vogteigule von Rettel scheinen auch die an die Abtei St. Wanne in V. geschenkten Besitzungen der Grafen von V. in Ober- und Nieder kontz, L a u m e s f e l d , Sierck u. s. w. gehört zu haben, ebenso die der Abtei Mouzon geschenkten Güter in Brettnach u. s. w. Mit der Vogtei in Dieuze scheint auch Besitz in Far-lonco urt, O r m a n g c , vielleicht auch in S e h i rzingen verbunden gewesen zu sein. Alte Hausgüter derGrafen von V. scheinen ferner gewesen zu sein: M a r l y (1082 der Abtei St. Airy durch Herzog Gottfried von Niederlothringen geschenkt), Rozeri eulles (073 der Abtei Mouzon geschenkt!, W a l lingen (Vitry; 10.50 an St. Vanne geschenkt', A r r y (1048 der Marienkirche in V. geschenkt), M e r i n g e n (im 10.Jhdt. der Abtei Mouzon geschenkt), Silvange (Besitz der Abtei St. Paul in Verdun), ferner der spätere Besitz des Bisthums V. in M o m b r o n n , H a v i n g e n , Obergail b a c h , Saar-einsmingen, W ö l f e r d i n g e n u. s. w. Litter.: G e r a r d , B., Essai sur le Systeme des divi-sions territoriales de la Gaule depuis l'äge romain jusqu a la fin de la dynastie carolingienne. Paris 1832. 8. L o n g n on, i Atlas historique de la France. Paris 1884-89. D'Ar bois dejubain ville, Notes sur les deux Barrois. Bibliotheque de l'e"cole des chartes, Bd. 19. Paris 1858. 8. M a x e Werly, Etüde sur les pagi du Barrois. (Mem de la Soc. des sciences et de Bar-le-Duc Bd. 6.) Bar-le-Duc 1877. Lienard, Dict. topogr. de la Meuse. Mabillon, D e re diplomatica suppl. p. 100-101 (Virdunensis comitatus limites.) Spruner u. M e n k e , Handatlas f. d. Gesch. d. Mittelalters und der neueren Zeit, Tfl. 32 u. 37, 3. Ausg. Gotha 1880. Jeantin, Hist. du comte" de Chiny 2 Bde. 1858-59. Ders., Les Mar-ehes des Ardennes et des Woepres. 2 Bde. 1853-54. [dPr.] Vergaville, Df. (Ka. Dieuze [s. 1790J, Kr. Chäteau- Salins, L.). 011 E. 225 Hsr. (12 GRe.) - 240 m. - A G . Dieuze (3,7); HSt. V. (0,9). - W i d i rg o 1 de s do rf 966; Verga-villa 1086; Wirstorf 1147; W a r g a v i l l e 1219; Widers-dorff 140b; ma. Uergavelle; (deutsch Widersdorf, Wittersdorf oder Wirthsdorf). - Die Gde. umfasst den HO. V. (907 E. 217 Hsr.) und die A O . Alte-Ziegelei, Marchai, Moulin-Bas, Moulin-Haut, Steinbach. - P. T. HSt. (s. 1882). Ortseinn. StEBez. Dieuze. Wasserltg. (s. 1830). - Kath. Hilfspfarrei des Archipr. Dieuze (s. 1802). Kirche des hl. Petrus (29. Juni). - Geschäftssprache französisch. - 2 kleine Mühlen. Kleine Werkstätte für landwirtschaftliche Maschinen. Getreidehandel. V. war Kirchengut in der Probstei Dieuze und Herrschaft mit ganzer Gerichtsbarkeit, alter Besitz der dortigen Benediktinerinnen-Abtei. Die Abtei soll nach der unechten Stiftungsurkunde vom Jahre 966 von einem angeblichen Grafen Sigeric gegründet und mit Gütern im Orte selbst, sowie in Gebesdorf, Genesdorf, Rohrbach, Sotzeling u. s. w. ausgestattet worden sein. Auch wurden die Reliquien des hl. Eustasius von Luxeuil nach V. gebracht, aus welchem Anlasse, ist nicht mehr festzustellen. 1155 stellte Kaiser Friedrich die Abtei unter den Schutz des Metzer Bischofs und verlieh dem Dorfe V. Marktrechte. 1178 standen die Frauenabtei Graufthal (s. d.) und V., sowie das Kloster Lixheim unter der geistlichen Leitung der Abtei St. Georg im Schwarzwald. 1220 hat Bischof Conrad von Metz die dortige Pfarrei mit der Abtei verbunden. Die Vogteirechte, welche im 13. Jhdt in Händen der Edeln von Jissey, Herb6viller und von Craincourt waren, wurden u m die W e n d e des 13. Jhdts. durch die Abtei erworben. Die klösterliche Reform ist dort 1633 eingeführt worden. Die Abtei, welche durch die Revolution aufgehoben wurde, erstand Anfang des 19. Jhdts. wieder unter der Leitung der ehemaligen Aebtissin in Flavigny (Frankreich). - Alter Wallfahrtsort, vgl. Thom. Murner «gon Widerstorf sant Anstatt tinen> (Grosser luth. Narr.) - V. war vor lso.' Pfarrei und Sitz eines Archipresbyterates des Erzdia-konats Marsal. Den Kirchensatz hatte die Abtei V. Das Archipresby terat V. umfasste die Pfarreien Angweiler, Azoudange, Bensdorf, Bessingen. Biedesdorf, Bisping, Dieuze, Disselingen, Dommcnheim, Essesdorf, Freiburg, Gebling, Geinslingen. Germingen, Gisselfingen, Güblingen, Kerprich b. Dieuze, Kuttingen, Langenberg, Lauterfingen, Lindre- Basse, Lohr, Losdorf, Mittersheim, Rodt, Römerhof, Tar-quinpol, Vergaville. - Römische Reste auf der Gewann «Thuillon»; auf einer anderen Stelle Reihengräberfund mit reichen Beigaben, z. B. Goldschmuckgegenstände mit eingelassenen Edelsteinen. Theile der Abteigebäude noch erhalten. G e m e i n d e w a l d (Oberförsterei Dieuze). 75,0 ha. Benoit, A., Les plaids annaux de Vergaville. (Journ. |