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Show Münzthal-St. Louis - Müttersholz. -:;" setzung gelegene, heutigen Tages namenlose Plateau, 1048 m, an dem der Rathsamhauser Stein (s. d.) liegt, oder vielleicht auch der ganze Rücken einschliesslich dieses letzteren zu verstehen ist. Später, nachdem der Rücken bewaldet wurde, scheint der Name nur an der einzigen, übrig gebliebenen Weidefläche haften geblieben zu sein. Münzthal-St. Louis, Df. (Ka. Bitsch [1790-1802 Ka. Lemberg], Kr. Saargemünd, L.). 730 E. 64 Hsr. (12 GRe.) -280 m. - AG. Bitsch (11,1); HSt. M.-St. L. (1,42). - M u r e s c h t h a l 1661; Müntzdhal lb81; M ü n z t h a l - St. Louiss. 1873. - Selbständige Gde. s. 1845, vorher AO. von Lemberg. Sie umfasst den HO. M.-St. L. (57b E. 48 Hsr.), die AO. Langlach, Münzthaler-Hof und den verschw. O. Mühl. - P. F. HSt. (s. 1897). Ortseinn. StEBez. Bitsch. - Kath. Hilfspfarrei des Archipr. Bitsch (s. 1846, vorher Filiale von Lemberg), Schutzheiliger hl. Ludwig (25. Aug.). Kirche 1860 bez. 97 erbaut. - Die Protestanten gehören zur Pfarrei Bitsch. - Krystallhüttc der Akt.-Ges. «Verreries et Cristalleries de St. Louis» mit 2000 Arbeitern. Die erste einfache Glashütte wurde nachweislich 1586 hier errichtet und in den Kriegen der 2. Hälfte des 17. Jhdts. zerstört. Durch kgl. Verordnung vom 17. Febr. 1767 wurde den Advokaten R. F. Jolly und P. St. Olivier das Lehen Münzthal überlassen mit der Verpflichtung, binnen 3 Jahren auf dem Platze der früheren Glashütte eine neue zu errichten. In demselben Jahre erhielt diese die Genehmigung, den Namen «Verreries royales de St. Louis» zu führen. Hier wurde 1781 das erste Bleikrystall auf dem Continent hergestellt und werden heute ausschliesslich Krystallwaaren verfertigt, die in der ganzen Welt bekannt sind. Die Fabrik ist hauptsächlich durch die Ausführung grosser Stücke aus Krystall bekannt. Jahresproduktion 2'/2 Millionen kg Krystall, jährlicher Gesammtabsatz 3J/2 Millionen Mark. 1896 ist hier ein Glasofen mit 24 Häfen, wohl der grösste, der bis jetzt existiert, in Betrieb gesetzt worden. Buchhandlung (s. 1886). M.-St. L. gehörte zu der H e r r s c h a f t Bitsch. Noch 1701 war es nur ein Hofgut, auf welchem durch ArrC-t vom 17. Febr. 1767 die Königliche Manufactur «Verrerie Royale de St. Louis» mit dem Dorfe erbaut wurde. - An den Platz des spätem Dorfes war 15S6 die verlassene Glashütte von Holbach verlegt worden. - Sie wurde im Jahre 1661 zerstört und verlassen (s. o.). - Kirchlich war M.-St. L. im 18. Jhdt. Annexe der Pfarrei Sucht, dann der Pfarrei Leinberg. M arcus. Ad., Les verreries du comte de Bitsch. Nancy 1887. S. a. Meisenthal. Münzthaler Hof, Hf. (Gde. Münzthal-St. Louis, Ka. Bitsch, Kr. Saargemünd, L.). 50 E. 3 Hsr. Das eine der Häuser soll die Wiege des Ortes Münzthal-St. Louis und der dortigen Krystallfabrik sein. Erbauungszeit unbekannt. Münzthaler Mühle, Bimssteinmühle (Gde. Mombronn, Ka. Rohrbach, Kr. Saargemünd, L.). 23 E. 1 Hs. Soll schon um die Mitte des 18. Jhdts. bestanden haben, war bis Anfang der 70er Jahre des 19. Jhdts. Getreidemühle. Gegenwärtig werden in der Mühle die Bimssteine für die Krystallfabrik Münzthal-St. Louis gemahlen. Mürle, Hsr., Theil der Gde. Sondernach (Ka. Münster, Kr. Colmar, O.-E.), früher als AO. der Gde. bezeichnet. Mürstein s. Urstein. Müsbach, ehem. Gut (Gde., Ka. u. Kr. Rappoltsweiler, O.-E.). A m Müsbach (s. d.) lag ein der Herrschaft Rappoltstein gehöriger Erbpachthof, namens M., der 1740, 1758 und 17b2 erwähnt wird. Die Gebäude des Gutes sind 1883 abgebrochen und das Territorium ist zu Forst angelegt worden. Müsbach s. Fecht 33. 111 16. MUsberg, Hf. u. Gsths. (Gde., Ka. u. Kr. Rappoltsweiler, O.-E.). 3 E. 1 Hs. Der Hof, angeblich 1709 als Rappoltstei-nischer Erbpachthof gegründet, wird 1737, 1740, 1746, 1753, 1781 erwähnt. Genannt wird auch noch ein «kohlhauss» an dem M. 1767 und die Röllmühle an dem M. (s. Altweierweg). Das Gasthaus (Hotel Muesberg), Luftkurort, wurde 1895 erbaut. - Ende des 19. Jhdts. durch die Landesversicherungsanstalt Elsass-Lothringen erworben, welche daraus eine Heilstätte für Lungenkranke (Frauen) herstellen lässt, die unter dem Protektorate der Frau Fürstin von Hohenlohe- Langenburg stehen und den Namen Leopoldinenheim erhalten soll. M u s berg (auch Moosberg), 742,7 m, zwischen Strengbachthal und Altweier, Ka. Markirch. [Metairie dite muesberg 1458-1580; metai r ie du Mosberg 1781-1789.] MUspach s. Mittel-, Nieder-, Obermüspach. Müssen, Sennh. (Gde. Sulzern, Ka. Münster, Kr. Colmar, O.-E.). 1 Hs. Entstehungsjahr unbekannt. Müterchingen, verschw. O. (Gde. Freiburg, Ka. Rixingen, Kr. Saarburg, L.). Murthecanges 12o4; Muder-change 1341; Mutchingen 1343; Mudergingen 1383. - Eine im 30jährigen Kriege zerstörte Ortschaft der Kastellanei Freiburg. Wahrscheinlich zwischen Langenberg und Freiburg gelegen. M. war alter Besitz, wie es scheint, mit ganzer Gerichtsbarkeit des Stifts St. Sauveur in Metz, und Kirchengut in der Kastellanei Freiburg, mit welcher später die hohe Gerichtsbarkeit vereinigt worden ist. Im Orte befand sich ein dem hl. Nikolaus geweihtes Spital (1259 hospitale Sti. Nicolai), an der alten Strasse von Saarburg nach Skarpona, der Deutsch-Ordenskomthurei Saarburg unterstehend, der 1275 die Abtei Hessen ihre in der Nähe der Kapelle gelegenen St. Fidesgräber abtrat, eine Zeit lang durch Ordensbrüder bewohnt (domus de capella 1275). Mütscherberg, 410 m, zwischen Wir. Kleinthal (Gde. Lubeln, Ka. Falkenbergi und Zimmingen (Ka. u. Kr.Bolchen). Mütscher Hof, Hf. (Gde. Harprich, Ka. Grosstänchen, Kr. Forbach, L.). 7 E. 1 Hs. - Muche, Mousche 18.Jhdt.; Mit seh 1S02. - Gehörte zu der Herrschaft Mörchingen. Mütscherweiher, im Niedgebiet (249 m ü. M.), 2,5 km nördl. Mörchingen und 0,8 km südl. Harprich - 100 ha. Karpfen-Fischerei. Wird alle 3 Jahre abgelassen und 3 Jahrelang bebaut. Privatbesitz. Zufluss: Adamsbrunnenbach oder Baronsweilergraben, entspringt in Baronsweiler, kreuzt die Metz-Saarburger Eisenbahn - 2,5 km, 2 Brücken. - Tränkbach - 0,8 km. Abfls. s. Franz. Nied 7. Müttersholz, Df. (Ka. Markolsheim [s. 1790], Kr. Schlettstadt, U.-E.). 2033 E. (Sterbf. 30,8, leb. Geb. 29,8 auf 1000.) 373 Hsr. (18 GRe.) - 168 m. A m Dorfgraben, Schiffgraben und Lampertsgraben. - AG. Markolsheim (14,0); Hp. Ebersheim (6,7). - Muteresholz 1031; ma. Mieterschulz, Mueterschulz. - Die Gde. umfasst den HO. M. (1799 E. 328 Hsr.) und die AO. Ehnweyer und Niederrathsamhausen. - P. F. Oeff. Fernsprechstelle (s. 1898). S. 1890 Gerichtstge. Notar. Ortseinn. StEBez. für die Gden.: Baldenheim, Bösen-biesen, Hessenheim, M., Mussig, Richtolsheim, Schwobsheim. Kantonalarzt. Apoth. Armr. (s. 1815). Wohlthätigkeitsverein. Sparkasse (s. 1887). Oeff. Vorschusskasse (s. 1888). Schlachths. (s. 1894). Fw. (s. 1872, 3 Spritzen). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Markolsheim (s. 1808, vorher Filiale von Mussig); Schutzheiliger hl. LTrban (25. Mai). Filiale: Baldenheim (s. 1808, vorher Filiale von Hessenheim). Prot. Pfarrei Augsb. Konf., s. 1802 zum Konsistorium Sundhausen (damals Inspektion St. Thomas, s. 1876 Inspektion St. Wilhelm in Strassburg) gehörig. Die Israeliten gehören zum Rabbinat Schlettstadt (s. 1863, vorher selbst Rabbinat). Synagoge (s. 1837). Jüd. Friedhof in Schlettstadt. - Baumwollenweberei (Gebr. Blech, 1894 60 Webstühle, 28 Arbeiter). Hausindustrie: Weberei, fürFirmen. Elektrische Beleuchtung. Pferde-und Viehhandel. Hausirhandel mit Backwaaren. Viehzuchtgenossenschaft M.-Ehnweier. M. war reichsritterschaftlich; kommt schon in einer gefälschten Urkunde Ludwigs des Frommen von 817 vor, nach welcher die Abtei Ebersmünster dort grosse Besitzungen schon seit der Merowingerzeit gehabt hätte. Sicher ist, dass die Abtei im 11. Jhdt. einen Hof zu M. besass. Vielleicht aber |