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Show 1170 Waibelskirchen - Walburg. worben hatte (s. oben), seinen drei Töchtern, Magdalena Katharina, vermählt mit Sarason von Warsberg zu Freisdorf, Burggraf von Rheineck, Margarethe, vermählt mit Graf Adam von Schwarzenberg (gest. 1641) und Anna, vermählt mit Peter Ernst von Rollingen zu Ansemburg, hinterliess. Samson von Warsberg, Mitherr von W., erwarb 1628 den Antheil der Rollingen-Ansemburg an Waibelskirchen, Wieblingen, Bingen, Glatigny, Niedbrücken und Tennschen. Graf Johann Adolf von Schwarzenberg, Mitherr von W., hat seinen Antheil 1683 veräussert; um diese Zeit scheint auch der Warsberg'sche Antheil schon in fremden Händen gewesen zu sein. U m 1750 war die Herrschaft W. im Besitze der Familie de Gallonie\ ebenso noch 1789. Die Güter wurden, da die Eigenthümer als Emigranten erklärt worden waren, eingezogen und an eine Familie Dumas verkauft, von der dieselben an die Familie Charil im Erbgange kamen ; später waren im Besitze die Familien Champigneulles, dann Adam; die alte Burg W . ist 189b durch Feuer zerstört worden. - Der Umfang der Herrschaft W. ist nicht genau zu bestimmen, da die Dürfer der Herrschaft unter gemischter Hoheit standen. Zur Herrschaft W . gehörten Liegenschaften und herrschaftliche Rechte in: 1. Bingen, 2. Bizingen, 3. Brüchen, 4. Gehnkirchen, 5. Glatigny, 6. Heisdorf mit Macher, 7. Lautermingen, 8. Tennschen, 9. W a ibelsk i rchen, 10. Wie bl in gen, 11. Zo n d-ringen. Von diesen Ortschaften standen unter lothringischer Hoheit: Lautermingen, Macher (Herrschaft Bolchen), Tennschen (von Luxemburg noch lbbl Frankreich gegenüber beansprucht, war aber noch 176b lothringisch), Waibelskirchen und Zondringen; getheilt zwischen Lothringen und Luxemburg war Heisdorf; unter luxemburgischer Hoheit standen von 1323 bis 17b9 die zur Baronie Rollingen gehörigen Dörfer: Bizingen, Brüchen, Heisdorf (z. Th. und ohne Macher) und Wieblingen; zum Pays Messin (Saulnoisi gehörten die seit 1552 unter französischer Hoheit stehenden Dörfer Bingen und Glatigny. Nachdem Frankreich Lothringen erworben hatte, hat es auch durch Vertrag vom Ib. Mai 17b9 von Oesterreich die Baronie Rollingen erworben, wobei Oesterreich auch der Ansprüche auf Bingen sich begeben hat. Erst auf diese Weise sind die durch die Versehränkung der Besitzungen der beiden Abteien St. Vincenz und Longeville entstandenen Mischungen der Hoheitsrechte in diesen Grenzdörfern zwischen Metzer Land und Lothringen beseitigt worden. Die Abtei St. Vincenz besass noch 1681 trotz des Verkaufes von 1580 (s. o.) Güter und Rechte in Bizingen. Heisdorf, Lautermingen, Macher, Waibelskirchen und Wieblingen, die zur mensa abbatialis gehörten. [dPr.] Waibelskirchen, Kanton. Der Ka. W . (1790-1802), 1790-95 zum Distrikt Bolchen, 1800-1802 zum Arrondissement Metz gehörig, umfasste 1790 die Gden. Bingen, Bizingen, Brüchen, Contchen, Füllingen, Gänglingen, Heisdorf, Lautermingen, Morlingen, Northen, Rollingen, Waibelskirchen, Wieblingen. 1792 gingen Bingen Füllingen. Gänglingen und Rollingen in den Ka. Rollingen, Heisdorf in den Ka. Bolchen über, während Hallingen aus dem Ka. Bolchen neu hinzukam. 1793 wurde Momersdorf mit Frankreich vereinigt und dem Ka. W . zugewiesen. 1795 ging Northen in den Ka. Vry über, während Bingen und Heisdorf wieder zum Ka. W. kamen. Ausserdem erhielt der Ka. 1795 noch die Gden. Landonvillers aus dem Ka. Kürzel, Möhringen-Zondringen aus dem Ka. Rollingen, Macher und Volmeringen aus dem Ka. Bolchen. 1802 wurden Landonvillers und Wieblingen dem Ka. Pange, Möhringen-Zondringen dem Ka. Falkenberg, die übrigen Gden. dem Ka. Bolchen zugewiesen. Waidasch s. Ehn 2. Waidmannsheil, Fsths. (Gde. Hemilly, Ka. Falkenberg, Kr. Bolchen, L.). 5 E. 1 Hs. 1886 erbaut. Waidrunz, Hs. (Gde. u. Ka. Ensisheim, Kr. Gebweiler, O.-E). 1 Hs. 'Waisenhaus, Ackerb.-Anst. (Gde. u. Ka. Sennheim, Kr. Thann,0.-E.). 43 E. 1 Hs. 1848 durch M. Risler begründet (Landwirthschaftliches Asyl), nur für männliche Personen. Walbaoh, Df. (Ka. Winzenheim [1790-1802 Ka. Türkheim]. Kr. Colmar, O.-E.). 545 E. 108 Hsr. (12 GRe.) - 320 m. - A.-, L.- u. SchwG. Colmar (12,2); HSt. W . (1,5). - Wal bach 13. Jhdt.; ma. Walbach, Walbe. - Die Gde. um-j fasst den HO. W . (539 E. 107 Hsr. i und den AO. W . (Fsths.). - P. F.(HSt. W . [s. 18b8] gehört zur Gde. Winzenheim.) Ortseinn. i StEBez. Winzenheim. Wasserltg. (1890 umgebaut, 1893 erweitert). Fw. (s. 1882, 3 Spritzenj. - Kath. Hilfspfarrei des I Dekanats Egisheim <s. 1802). Schutzheiliger hl. Jakobus (25. Julii. Filiale: Hammerschmiede (Wir. der Gde. Winzenheim . Die Lutheraner gehören zur Pfarrei Colmar. Das Dorf W . wird durch den Walbach, jetzt Winkelbach genannt, in zwei Theile getheilt, welche, obwohl sie verschiedenen Besitzern gehörten, dennoch einen einzigen Bann ausgemacht zu haben scheinen. Der östliche Theil kam 1410 durch Pfandschaft von den Herren von Girsberg an die Herren von Rappoltstein und fiel ihnen 1422 als Erbe zu. Die Rappoltstein hatten wahrscheinlich schon vorher den westlichen Theil. eine Dependenz von Weier i. Thal, erworben. Den letzteren trug 1421- 38 Anton von Hattstatt von der Herrschaft Rappoltstein zu Lehen ; er verpfändete ihn an den Stettmeister Walter Fulweiss zu Colmar, aus dessen Händen die Pfandschaft an den Lehnsherrn, Smass-mann I. von Rappoltstein, übergegangen zu sein scheint. (Urk. v. 15. Sept. 1438). 1507 wurde das ganze Dorf von den Rappoltstein der Abtei Murbach zu Mannlehen aufgetragen. Spätere Lehensinhaber waren die von Hunaweier und die von W . Seit 1530 waren die Herren von Blicksberg, eine unebenbürtige Nebenlinie der Rappoltsteiner (s. Plix-burg), im Besitze des Schlosses W . (bereits 1353 als < Bürge-lin erwähnt) mit Dependenzen, welches nach dem Aussterben der Linie (1757) an den Pfalzgrafen Friedrich bei Rhein, Grafen von Rappoltstein verkauft wurde (17b0). - Die Pfarrei zu St. Jacob gehörte bis 169b als Filiale von Weier i. Thal zum Landkapitel Ultra Colles Ottonis des Bisthums Basel. .Den Kirchensatz hatten die Herren von Rappoltstein, dann die Pfalzgrafen von Zweibrücken-Birkenfeld. - Das Geschlecht derer von W., seit dem 13. Jhdt. bezeugt, erlosch 1559. - W . ist der Geburtsort von Arbogast Martin, 1731-1794, welcher seit 1791 Bischof des konstitutionellen Bisthums des Oberrheins war. - Das Schloss, ehemals denen • von Waldbach» gehörend, ist ein Bau aus dem 15. Jhdt. Gemeinde wald (Oberförsterei Colmar-West) 339,3 ha. Granit. Vogesensandstein. 300-900 m über dem Meer. (Weisstanne, Kiefer, Eiche, Kastanie). Litt er. : Zimmerbach und Walbach. (Der Wanderer im Elsass 3, 1890, S. 218 f.). Walbach, Fsths. (Gde. Walbach, Ka. Winzenheim, Kr. Colmar, O.-E.). 6 E. 1 Hs. 1869 erbaut. Walbach s. Fecht 25. 'Walburg, Df. (Ka. Wörth [1790-1802 Ka. Sulz u. W.], Kr. Weissenburg, U.-E.). 54b E. 100 Hsr. (12 GRe.) - 155m. - AG. Wörth a. d. S. (7,9); HSt. Biblisheim (1,6); Bhf. W. (1,7). - ma. Walburri. - Die Gde. umfasst den HO. W. (394 E. 72 Hsr.), den AO. Hinterfeld und den verschw. O. Glaswinkel (?). - P. III. Kl. (Bhf .) und Postagentur (Ort). T. 2 öffentl. Fernsprechstellen: Walburg (Bhf.)u. W . Ort. Bhf. (s. 1855). StEBez. Wörth a. d. S. I. Armr. (s. 1825). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Wörth (s. 1802). Schutzheilige hl. Walburga (15. Febr ). Filialen: die Kapelle des hl. Michael im AO. Hinterfeld und (s. 1808) Biblisheim. Die Protestanten gehören zur Pfarrei Morsbronn. 1884 wurde hier ein Fohlenhof eingerichtet, jedoch 1893 nach der Meinau (AO. von Strassburg; s. Beim Entenfang) verlegt. - Oelmühle. 1892- 1893 wurde bei W . ein Bitumenbergwerk «Walburg-Morsbronn » betrieben. |