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Show 698 Molsheim - Molsheim-Erstein. den Brandenburgein beschossen und theilweise verbrannt, 1610 von den prot. unirten Fürsten genommen, 1632 von General Hörn erstürmt, lo77 von den Kaiserlichen fast zerstört. 1683 hielt sich Ludwig X I V in M. auf. - Den Namen von M. führten einige bischöfi. Ministerialen, so die Bieger von M., die Kember, Schaffner u. a. - Kirchlich war M. Sitz eines Landkapitels is. bes. Artikel). Pfarrei schon 1321 erwähnt, w o ihre Einkünfte der bischöfi. Mensa einverleibt wurden. Mutterkirche und ursprüngliche Pfarrkirche von M. war die alte Kirche von Dompeter (s. d.i; noch 1337 als solche bezeichnet. Daneben aber schon früh die St. Georgskirche in M., die dann schon im 14. Jhdt. Pfarrkirche wurde. 1485 bestanden 2 Primissariate, die 1554 vereinigt wurden. In der Zeit, w o das Domkapitel in M. seinen Sitz hatte (1605 bis 1681), diente die St. Georgskirche zugleich als Kathedralkirche des Bisthums. Sie wurde während der Revolution abgetragen. Heutige Pfarrkirche (s. a. unten) ist die ehemalige Jesuitenkirche, lol5- IS errichtet. Das Patronatsrecht besass der Bischof. - Gutleutkapelle 1741 erbaut. Karthäuserkloster 1602, Kapuzinerkloster 1657 gegründet, beide in der Revolution aufgehoben. Hospital (nicht zu verwechseln mit dem alten Hospital I im 16. Jhdt. gegründet; mit ihm wurden 1701 die alten Siechenhäuser von M., Odratzheim und Gressweiler vereinigt, die schon 1672-93 dem Orden der Lazaristen vom Berge Karmel zugetheilt worden waren. - Archäologisches und Kunstgeschichtliches. M. liegt a m Keltenwege von Barr nach Zeinheim. Neo-lithische und römische Funde. Pfarrkirche im 16. Jhdt. durch Bischof Johann von Manderscheidt gegründet. Schöner Renaissancebau mit Diderlein'schen Motiven. Reliquiarium a. d. 12.Jhdt. Viele alte Häuser aus dem In.Jhdt., so namentlich das Rathhaus, die sogenannte «Metzig». Reste der Befestigung und der Stadtthore aus dem 14. Jhdt. - Bekannt ist Erasmus Gerber von Molsheim, der Bauernführer (1525). M. ist Geburtsort des Frz. Jos. W e s t er m a n n , der, 1764 geb.. zuerst Stadtschreiber in M. war, 1790 mit den elsässischen Föderierten nach Paris zog, sich beim Sturm auf die Tui-lerien 1792 Aug. 10 auszeichnete, dann Generaladjudant von Dumouriez, 1793 Brigadegeneral wurde und 1794 nach dem Sturz seines Gönners Danton auf der Gouillotine endete. Ferner soll in M. (nach andern in Luneville) a m 3. Febr. 1782 geboren sein Armand Vicomte de Foissac-La t our . franz. Genei alleutenant; zeichnete sich bei Jena, Eylau, Eggmüh] und W a g r a m aus, starb zu Rouge-Maison-Aisne am 25. März 1855. G e m e i n d e w a 1 d (Oberförsterei Lützelhausen) 273,8 ha. (Gemischter Buchen und Tannenhochwald.) Im Besitz der Gde. seit vor 1491. wahrscheinlich durch Schenkung. H e l m e r , M., Sammlung von geschichtlichen Notizen der Umgegend von Wasselnheim und M. Wasselnheim 1851. Kurtzer wahrhafftiger Bericht, von L'ebergebung der Stadt Moltzheim. auch Abzug der lothringischen Garnison daselbst. [O. O.] 1592. Histoire du College episcopal de M. (Rev. cath. d'Als. 9, 1867, S. 325-335; 172-484; 11, 1869, s 189-396,4o4-4o71. Paulus, N., Le Seminaire de Molsheim. (Revue catholique d'Alsace 6, S. 175-182, 257-263). Dcs-criptio templi Molsheimensis, M. 1619. Ein freundlicher Discurs und Gespräch, von der Einweyhung der Newen Kirchen zu M.,woherdieselbige ihren Anfang,Progress vnnd Continuation, vnd wasauss selbiger bej neben der Newen Aca-demien zuerwarten. [O. 0.| 1618. [Lyra,] Historia de antiqua sanetaet miraculosa cruce quae in Templo S.J.Molshemii as-servatur. Molshemii 1671. Seyfried, C.,Die Pfarrkirche von M. in Vergangenheit und Gegenwart. Molsheim 1899. Straub, [A.,| Note sur un reliquiaire du 12e s.. appartenant a l'eglise de M. et conserve au preshytere de cettc ville. (Bull, de la Soc. p. la cons. des mon hist. d'Als. 2, 1857-58, S. 135- 140). Ingold, A. M. P., Les Chartreux en Alsace. Prieurs de Strasbourg et de Molsheim. Colmar & Paris 1894. Seyfried, C , Les chartreuses de Strasbourg et de M. (Rev. cath. d'Als. N. S. 15. 1896, S. 839-851). Seyfried, C , Les lesuites en Alsace. College de Molsheim (1580-1765). (Rev. "cath. d'Als. N. S. 16, 1897, S. 365-375; 458-467; 542-553; 561-581 ; 691-702; 767-773; 839-847; 933-937; N. S. 17, 1898, S. 60-68. 144-152; 296-308). Fischer, Dag., L a dissolution de l'Ordre des Jesuites en Alsace. Mulh. 1896. Seyfried, C, Le eure constitutionnel de M., Michel Thomas Tiran. 10 avril 1791-10 nov. 1793. (Rev. cath. d'Als. N. S. 17, 1898. | S. 361-368; 44.S-460). M o l s h e i m , Kanton (Kr. gl. N., U.-E.). Umfasst die Gden. Altdorf. Avolsheim, Dachstein, Dinsheim, Dorlisheim, Ergersheim, Ernolsheim, Gressweiler, Heiligenberg, Lützelhausen, Molsheim, Mutzig, Niederhaslach, Oberhaslach, Still, Sulzbad, Urmatt, Wolxheim und enthält auf 187,2204 qkm 3874 bewohnte Häuser etc. mit 19 766 Einwohnern. - Der Ka. M., 1790-95 zum Distrikt, 1800-1870 zum Arrondissement Strassburg gehörig, umfasste seit 1790 die ihm heute zugehörenden Gden. ausser Lützelhausen, welches 1790 zum Ka. Rosheim kam, jedoch schon 1792 im Ka. M. genannt wird; ferner noch Achenheim, Breusehwickersheim, Dahlenheim, Eckbolsheim, Handschuhheim l s. jedoch den Art. Handschuhheim). Hangenbieten, Holzheim, Kolbsheitn, Oberschäffolsheim, Osthofen, Wolfisheim. Von diesen ging Handschuhheim 1795, Achenheim, Breusehwickersheim, Eckbolsheim, Hangenbieten, Kolbsheim. Oberschäffolsheim. Wolfisheim 1802 in den Ka. Oberhausbergen, Dahlenheim, Holzheim und Osthofen ebenfalls 1802 in die Ka. Wasselnheim, Geispolsheim und Truchtersheim über. - Die Reformirten des Ka. werden von der Pfarrei Kossweiler bedient. Straub, [A.], Enumeration des monuments historiques des cantons de M. et de Rosheim. (Bull, de la Soc. p. la cons. des mon. hist. d'Als. 2, 1857-58. S 162-171.) M o l s h e i m . Kreis L'.-E . Umfasst die Kantone Molsheim, Rosheim, Saales, Schirmeck, Wasselnheim mit zusammen 70 Gden. und enthält auf 740 2343 qkm 13683 bewohnte Häuser etc. mit 66596 Einwohnern. Gebildet als Unterpräfektur den 15. Dez. 1870 aus Stücken der Arrondissements Strassburg (Ka. Molsheim und Wasselnheim) und Schlettstadt (Ka. Rosheim i und den abgetretenen Theilen der Ka. Schirmeck und Saales des Vogesendepartements; Kreis durch Gesetz vom 30. Dez. 1871. Die Grenzen des Kreises erfuhren eine Veränderung durch die Beschlüsse der Grenzregulirungskommission vom 28.-31. Aug. Is72, bezw. kaiserliche Verordnung vom 1. März 1873 und Ver- I Ordnung des Reichskanzlers vom 6. März 1>73, indem die Gde. Raon-sur-Plaine (Vogesendepartement, Arrondissement St. Di£) bis auf einige Theile ihres Gebietes an Frkr. zurückgegeben wurde und ferner die bei Deutschland gebliebenen Theile der gleichfalls zurückgegebenen Gde. Raon-les- Lcaux (Meurthedepartement) dem Kr. M.(Ka. Schirmeck, Gde. Grandfontainc zugewiesen wurden: ferner durch kaiserliche Verordnung vom 8 Nov. 1S7-.' und Verordnung des Reichskanzlers vom 13. Nov. 1872, indem die Gden. Bellefosse, Belmont, Bliensbach, Eoudav Urbach) und Solbach vom Ka. Weiler, Kr. Schlettstadt, abgetrennt und dem Ka. Schirmeck. Kr. M., zugetheilt wurden, endlich durch kaiserliche Verordnung vom 19. März 1901. indem 769 qm der Gemarkung von Krautergersheim (Kr. Erstein) der Gemarkung Bischofsheim (Ka. Rosheim zugewiesen wurden. Saile, F. X., Wandkarte des Kreises M. 1 : 40000. Geb-weiler, Boltze, 1877. M o l s h e i m , ehem. Landkapitel des Bisthums Strassburg (s. 1760,früherLandkapitel Biblenheim.s.d.)mit den Pfarreien: Achenheim, Avolsheim, Bergbieten. Dahlenheim, Dangolsheim, Dinsheim, Ergersheim, Ernolsheim, Haslach, Heiligenberg, Kirchheim, Marlenheim, Molsheim, Mutzig, Osthofen, Schäffolsheim, Still, Sulzbad, Wangen, Westhofen, Wisch, Wollisheim, Wolxheim. M o l s h e i m - E r s t e i n , Reiehitagsvvahlkreis, umfasst nach Beschluss des Bundesrathes (Bekanntmachuni; des |