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Show 800 Oderfanger Mühlweiher - Odilienberg. Mühlenbetrieb und Wiescnbewässcrung. Wird alle 2 Jahre abgelassen aber nicht bebaut. Privatbesitz. Zu- und Abfluss s. Rössel. Oderfanger Mühlweiher 400 m südl. des Obigen - 0,6 ha. Mühlenbetrieb. Privatbesitz. Abfluss zur Rössel. O d e r n , Df. (Ka. St. Amarin [1790-95 Ka. Thann], Kr. Thann, O.-E.). 1409 E. 229 Hsr. (12 GRe.) - 460 m. - AG. St. Amarin (6,4); Bhf. Wesserling (3,2). - Adern 1357; O d e r n 1394; ma. Oder. - Die Gde. umfasst den H O . O. (1230 E. 196 Hsr.) und die A O . Bergenbach, Hahnenbrunnen, Hensbach, Raingott, Steindenbach (Steinlebach), Tschar (das früher als A O . bezeichnete Marien gehört jetzt zum Dorf, der frühere A O . Alschermatten gehört jetzt mit dem AO. Raingott zusammen). - P. F. Gendarmeriestat. Ge-richtstge. (s. 1893). StEBez. Felleringen. Regenstat. (465 m ) . Privatspital (s. 1852, 14 Betten). F w . (s. 1889, 2 Spritzen). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats St. Amarin s. 1802, dazu gehörten 1808 auch die jetzt zu Felleringen gehörigen Weiler Ramerspach und Schliffeis. Schutzheiliger hl. Xikolaus (6. Dez.). - 2 Baumwollwebereien: früher Eug. Arnold seit 1901 Js. Andre (s. a. Masmünster); bestehen seit 1834; 150 Arbeiter, 260 Webstühle, 70 Pferdekräfte. Sägemühle mit Wasser-und Dampfkraft, seit 1809; 25 Pferdekräfte, 6 Arbeiter. O. gehörte zum m u r b a c h i s c h e n Amte St. A m a r in und bildete mit Felleringen. Krüt und dem Schlosse Wildenstein das obere Meierthum des St. Amarinthales, auch Meierthum Oderthal genannt (franz. Val d'Air). Vgl. auch unten < Gemeindewald». Kloster Remiremont besass daselbst einen Dinghof, über dessen Leute die Aebtissin die Oberhoheit und Gerichtsbarkeit hatte. Ausser Remiremont waren in O. begütert das Kloster Murbach, das Stift St. Amarin, die Antoniterkomthurei in Isenheim, die Grafen von Plirt, von Horburg und Württemberg. Murbach erweiterte im 14. und 15. Jhdt. seinen Besitz durch Kauf vom Stifte von St. Amarin, von Johann Nordwind (1416), von Eberhard von Württemberg (1467). Von den Bollweiler kaufte ihre Liegenschaften in O. nebst Wildenstein mit kaiserlicher Genehmigung 1536 Abt Georg von Masmünster. Die Bewohner der 3 Dörfer O., Krüt und Felleringen blieben bei ihrem Stab, Gericht und Recht; im übrigen wurde die Ordnung des unteren St. Amarinthales eingeführt. Instanz in Sachen niederer Gerichtsbarkeit waren der Vogt und Rath von St. Amarin, in Maletiz-sachen der murbachische Amtmann daselbst. 1537 wurde ihnen als gemeinschaftliche Gemarkung ein Bezirk zwischen der lothringischen Grenze und dem Gebweiler Gebiet angewiesen. 1550 zählte O. 38 Herdstätten und 36 Mannschaften, 1650 das ganze Oderthal nur 22 Bürger und 47 Kinder, 1817 311 Feuerstellen. Die 1794 O. als Eigenthum zugesprochenen Waldungen wurden 1817 nach Massgabe der Feuerstellen zwischen O., Krüt, Felleringen und Wildenstein getheilt. - Kirchlich gehörte O. mit der St. Nikolauskapelle, in welcher 1509 ein Taufstein errichtet wurde, ursprünglich zu der St. Martinspfarrei in St. Amarin; 1569 wurde die Kapelle zur Pfarrkirche für O., Krüt uud Fcllc-ringen erhoben. Die Pfarrei gehörte bis 1801 zum Landkapitel Masmünster des Bisthums Basel; den Kirchensatz hatte Murbach, Der 1693 eingestürzte Thurm wurde 1711 neu errichtet. Die Muttergotteskapelle Maria-Hilf wurde 1693 erbaut. 1713 erweitert, 1716 mit 4 geweihten Altären versehen, 1793 zerstört, 1802 wieder aulgerichtet, 1893-94 durch einen Prachtbau ersetzt. Wallfahrtsort. - Gothischcr Kirchthurm aus dem 14.-15. Jhdt. mit Tabernakel aus dem 1.5. Jhdt. Einige Skulpturreste aus dem 14. Jhdt. an der Aussenseitc des Thurmes. G e m e i n d e w a l d (Oberförsterei St. Amarin) 944,2 ha. Bis 1200 m über dem Meere. Steile Hänge oft abschüssig und schroff. Granit, Grauwacke, Porphyr. (Buche, Tanne, Fichte, Lärche, Eiche, Hainbuche). Der Wald war, wie der von Felleringen und von Krüt, ursprünglich Besitz der Abtei Murbach und gehörte zum oberen Thale der Thur (Odernthal oder Niklausthal, s.d.), welches von der Klosterherrschaft St. Amarin geschieden war. Im Niklausthale besass das Haus Habsburg die Vogteirechte, die im Amarin-thale schon im 13. Jhdt. an die Abtei veräussert worden waren, noch im 16. Jhdt. Die letzten Träger dieses Vogtei-lehens, bestehend aus einem Drittel an Burg Wildenstein und den Unterthanen von Odern, Felleringen und Krüt mit Hoch- und Niedergericht, waren die Herren von Bollweiler. Das Haus Habsburg hat 1536 auf seine Lehensherrlichkeit verzichtet, worauf die Abtei von Hanns von Bollweiler das alte Vogteilehen als freies Eigen erworben hat. Durch Urkunde vom 1. Jan. 1537 hat der Abt Georg von Murbach und Lüders den Unterthanen der Abtei im Niklausthale (s. d.) einen gesonderten Bann verliehen mit den dazu gehörigen »Hochfirsten, Weiden und Allmenden» und zwar zu ewiger Nutzung gegen Zahlung eines Zinses. Die Abtei behielt sich die Wälder «so uns zuständig», Jagd und Fischerei vor. Die Unterthanen beanspruchten im 18. Jhdt. das Eigenthum an diesen Waldungen, wurden aber durch den königlichen Gerichtshof in Colmar wiederholt (1740, 1768 und 1770) abgewiesen. Der Streit wurde wieder aufgenommen nach Erlass des für die Gemeinden günstigen Gesetzes vom 28. Aug. 1792, auf Grund dessen durch Unheil des Tribunals von Colmar vom 10. Juni 1799 der Gde. O. die beanspruchten Waldungen zugesprochen worden sind. Bei der Theilung von O. in die vier Gden. Felleringen, Krüt, Odern und Wildenstein 1821 wurden auch die Waldungen in der Weise getheilt, in welcher diese Gemeinden sie heute noch besitzen. [Lintzer, Emil,] Wallfahrtsbüchlein von Maria-Hilf in Odern, mit der Geschichte des Gnadenorts. Odern 1S94. Schickeie", M., Odern dans la vallee de St.-Amarin. (Extr. du doyenn6 de Masevaux). 2e ed. Rixheim 1901, [Wetterld, Emil], Maria-Hilf in Odern. L'rsprung und Geschichte der Wallfahrt. 1630-1894. [Colmar] 1804. Ders., Xotrc-Dame des Aides k O. Origines et hist. du pederinage. 1680-1894. [Colmar] 18Q4. [dPr.] O d e r n t h a l s. X'iklausthal. Odilienberg, Kl. (Gde. Ottrott, Ka. Rosheim. Kr. Molsheim, LVE.i 26 E. 2 Hsr. Gesch. Dkm. Residirendes Vikariat der Pfarrei Ottrott (s. 1859), besorgt auch die A0. Kolisacker (St. Gorgon) der Gde. Ottrott und Xiedermünster der Gde. St. Xabor. Schutzheilige hl. Odilia (14. Dez.) Wallfahrtsort. Luftkurort. Besuch (1899 bis 10. Aug.) 578 Personen. L'rsprünglich und bis ins 17. Jhdt. ausschliesslich H o h e n b u r g genannt (Hoin bur ch Ende des 9. Jhdts.), bis zur Mitte des 16. Jhdts. adliges Frauenkloster (Regel des hl. Augustinus), vom Anfang des 17. Jhdts. bis zur Revolution mit Prämonstratensern besetzt. Das alte Frauenkloster ist der Ueberlieferung nach u m 700 von der hl. Odilia, der Tochter Herzog Etichos (Attichs) auf dem schon zur Römerzeit als Festung dienenden heutigen Odilienberge gegründet worden. Karl der Grosse gab ihm einen Schutz- und Freiheitsbrief, der 837 von Ludwig dem Frommen bestätigt und erneuert wurde. 870 k a m Hohenburg bei der Theilung von Lothars Reich an Ludwig den Deutschen. In der darauf folgenden Zeit bis ins 11. Jhdt. hinein ging das Kloster stark zurück, wahrscheinlich infolge der verheerenden Einfälle der LTngarn. Erst im 11. Jhdt. trat wieder ein Aufschwung ein. 1016 bestätigte Heinrich IL die Immunität. Schon 1045 konnte Bischof Bruno von Toul eine neben der alten (die Gebeine der hl. Odilia bergenden) errichtete neue Stiftskirche einweihen, und 1050 ertheilte derselbe Bruno, nunmehr als Papst Leo der IX., dem Kloster, in dem so viele seiner Vorfahren (er war ein Graf von Egisheim- Dagsburg) ihre Ruhestätte gefunden, ein Privileg, aus dem wir den damaligen bedeutenden (z. Th. gewiss schon auf Schenkung der Gründerin zurückgehenden) Besitzstand des Stiftes kennen lernen. Zu Anfang des 12. Jhdts. in den Kriegen des Herzogs Friedrich (des Hohenstaufen) von |